Mit „Zwei Pfannen on the road“ stellen Iwan Hediger und Yves Seeholzer Ihr erstes und gemeinsames Kochbuch vor. Es beinhalten viele kreative und schmackhafte Rezepte. Einfache und schnelle vegetarische Küche. Inspiration fanden die beiden dabei auf Ihrer eigenen kulinarischen Reise durch Australien.

Iwan und Yves, Glückwunsch zu Eurem innovativen und erfolgreichen Kochbuch «Zwei Pfannen on the road»

Bevor wir zu Eurem Buch und weiteren Kochprojekten von Euch kommen – noch ein paar Schritte zurück. Wolltet Ihr beide schon immer Koch werden? Was hat Euch dazu bewegt, diesen großartigen Beruf zu wählen? 

Yves: Ich bin bereits in das Gastgewerbe hineingeboren worden und stand schon im jungen Alter in der Küche des Hotels meines Vaters und schnippelte Gemüse. So stand dem Kochberuf nie etwas im Wege.

Iwan: Mir hat es schon als kleiner Junge gefallen, in der Küche zu stehen. So richtig begeistern konnte ich mich dann im Hauswirtschaftsunterricht in der Schule. Ich habe übrigens die Lehre im Hotel von Yves’ Vater gemacht. So richtig kennengelernt habe ich ihn aber nicht in dieser Zeit.

 

Wo habt Ihr Eure Jahre in der Kochlehre verbracht? Und was waren Eure wichtigsten Erinnerungen an diese Zeit?

Yves: Ich habe die Kochlehre im Kultur und Kongress Zentrum KKL in Luzern absolviert. Ich konnte in diesem Betrieb sehr viel lernen, da ich über die drei Jahre der Ausbildung in allen Outlets wie Bankettküche, Tagesrestaurant und Gourmetrestaurant arbeiten durfte. Dies ermöglichte mir, einen grossen Einblick in das Küchenleben zu erhalten.

Iwan: Ich verbrachte meine Lehre im Swiss-Chalet in Merlischachen in der Nähe von Luzern. Die Ausbildung war sehr klassisch, aber leider auch nicht sehr innovativ. Ich konnte aber von den erfahrenen Köchen profitieren, die teilweise schon in sehr angesehenen Restaurant gearbeitet haben.

 

Iwan, für Dich ging es nach Deiner Zeit als Koch im Restaurant Swiss-Chalet nach Australien. Was begeistert Dich an der australischen Küche und den Menschen am meisten? 

Iwan: Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich nie wirklich ernsthaft mit der australischen Küche auseinandergesetzt habe, obwohl ich schon dreimal dort war. Bei meiner ersten Reise wollte ich vor allem neue Leute und das Land kennenlernen. Mir gefällt die lockere Art und die Hilfsbereitschaft der Australier. Trotz Lockerheit und scheinbarere Stressresistenz sind sie zuverlässig. Bei meiner zweiten Australienreise arbeitete ich kurz in einem Schweizer Restaurant. Ich konnte also auch da die australische Küche nicht wirklich kennenlernen.

 

Zwei Pfannen on the road & das australische Lebensgefühl

 

Das australische Lebensgefühl findet sich in Eurem Kochbuch. Welches Rezept beschreibt es am treffendsten?

Yves: Schwierig zu sagen, da unsere Rezepte nicht spezifisch australische Gerichte beinhalten. Die Australier sind ein sehr «gemütliches» Volk und es schien uns so, als wären sie oft etwas entspannter als wir es hier sind. Mit dem Rezept auf Seite 29 – Süßkartoffelpürree mit gebratenen Spargeln – ließen wir uns durch die vielen Süsskartoffeln. die wir in den Supermärkten fanden, inspirieren.

Iwan: Alle Rezepte sind locker und unkompliziert so wie die Australier selber. Wir haben einfach das gekocht, was wir selber gerne zu Hause machen. Das australische Lebensgefühl haben wir wohl schon bei unseren vorherigen Reisen übernommen.

 

Yves, nach der Kochlehre zog es Dich für über zwei Jahre nach Südostasien und Indien. Die Küche Südostasiens ist faszinierend aber auch wahnsinnig vielfältig. Was hast Du aus dieser Zeit für Dich mitgenommen? Wie hat Dich diese Zeit als Koch geprägt? Wie würdet Ihr Eure heutigen Koch Stil beschreiben?

Yves: Meine Zeit in Südostasien und Indien hat meinen Kochstil sehr geprägt. Ich fand es faszinierend, dass die Strassenköche oft alle Zutaten etwa gleich groß zusammenschnippelten und dann alles in einer Pfanne/Wok zu einem tollen Gericht zubereiteten. Die Lockerheit hat mich am meisten fasziniert. Obwohl ich einige Zeit in der Gourmetküche tätig war, hat mich das irgendwie nie vom Sockel gehauen. Da zeigte mir Asien einfach, dass es mit wenig Zutaten, genauso wenn nicht sogar besser geht.

Unser heutiger Kochstil ist ziemlich alltagstauglich, würde ich sagen, und vielfältig. Durch die Jahre hat es sich herauskristallisiert, dass wir sehr gerne Gemüse und Früchte in einem Gericht kombinieren.

 

Euer erstes und gemeinsames Kochbuch – «Zwei Pfannen on the road»: Wie kamt Ihr auf die Idee?

Yves: Das war im Grunde noch witzig. Iwan, mein Cousin Florian und Ich führten für 4 Jahre gemeinsam ein kleines Restaurant am Vierwaldstättersee. Eines Morgens, im dritten Jahr, kam Iwan zu mir und fragte mich, ob ich mit ihm im Winter, da wir Saisonpause hatten, ein paar Wochen nach Australien kommen würde. Spontan wie ich bin, willigte ich ein. Am nächsten Tag kam Iwan erneut zu mir und fragte mich, ob wir nicht noch irgendein Projektlein, während dieser Reise, machen könnten? «Von A nach B reisen, ist doch langweilig.», meinte er. Noch am gleichen Tag kam uns dann die Idee, ein Reisekochbuch zu schreiben. Beide waren von der Idee begeistert und so stand dem Ganzen nichts mehr im Wege.

Iwan: Wir hatten aber kein Konzept im Kopf. Wir machten einfach. Wir merkten erst viel später, dass wir alles mit maximal zwei Pfannen kochen, so kamen wir dann zum Namen und Konzept.

 

Zwei Pfannen on the road – einfache und schnelle vegetarische Rezepte

 

Im Kochbuch: «Zwei Pfannen on the road» präsentiert ihr 50 vegetarische und vegane Rezepte: Warum kein Fleisch😉?

Yves: Dies ist eine etwas längere Geschichte. Hier die Kurzform. Jeder von uns hat seine eigenen Beweggründe hierbei. Bei mir war so, dass ich mich zuvor, aus gesundheitlichen Gründen, zutiefst mit Ernährung auseinandersetzen musste. Ich hatte bis dahin bereits zweimal eine Krebserkrankung und wollte mehr für meine Gesundheit tun als einfach irgendwelche Medikamente zu mir zu nehmen. So kam das Thema Ernährung immer näher. Ich probierte alles Mögliche an Ernährungsformen aus. Schlussendlich bin ich, nachdem ich viele Ernährungswissenschaftliche Bücher und Studien studiert habe, zum Schluss gekommen, dass vegetarisch und sogar vegan die mit Abstand beste Ernährungsweise ist, wenn man solche Erkrankungen hat oder hatte. Dies war für mich der Grund, weswegen ich auf eine vegetarische und vegane Lebensweise umstieg. Über die Tierhaltung und des Gleichen möchte ich mich hier nicht detaillierter äussern. Ich glaube das Thema ist präsent genug heutzutage.

Iwan: Ja die Frage musste ja kommen. 😉 Als Yves angefangen hat sich vegetarisch zu ernähren, war ich schon dabei meinen Fleischkonsum zu reduzieren. Kurz vor dem Abflug nach Australien habe ich dann mein letztes Stück Fleisch gegessen. Bei mir sind die Gründe aber vielfältiger. In unserem Buch geht es aber nicht darum, Leute zum Vegetarismus zu bewegen. Es soll eine Inspirationsquelle sein.

 

Jetzt, wo das Kochbuch fertig ist: Was war das Schwierigste auf dem Weg zum eigenem erfolgreichen Kochbuch?

Yves: Wenn ich ganz ehrlich bin, ich empfand es eigentlich nie als schwierig. Ich denke das Aufwändigste war es damals, die Rezepte alle so zu schreiben, dass es auch jeder, der zuhause ist und nicht Koch von Beruf ist, nachkochen kann.

Iwan: Wir machten genau das, was wir gerne und gut können. Somit empfand ich es auch nicht als schwierig. Ich denke das Schwierigste waren aber die Kompromisse, die man bei der Arbeit mit einem Verlag eingehen muss. Wir hatten aber auch großes Glück, dass wir wohl im richtigen Moment das richtige Buch geschrieben haben. Der Kochbuchmarkt ist gesättigt, viele gute Ideen können nie realisiert werden.

 

In das Buch haben es 50 Gerichte geschafft. Wie viele habt Ihr insgesamt auf dieser Reise kreiert?

Yves: Ich glaube es waren etwa 53 Gerichte, die wir kreiert haben.

Iwan: Ursprünglich wollten wir eigentlich mehr machen. Gegen Ende des Projekts waren wir dann aber ein bisschen müde davon und wollten noch ein paar Tage Ferien von den Ferien anhängen. Rückblickend haben wir aber genau im richtigen Moment das Projekt abgeschlossen.

 

Fantasie, Mut zur Lücke und zwei Pfannen waren Euer Rezept für das Kochbuch! Was hat Euch als Köche am meisten gefehlt? Welches Gerät, welches Gewürz…?

Yves: Ein grosser Kühlschrank und eine Abwaschmaschine.

Iwan: Ein bisschen mehr Platz im Camper. Je länger die Reise dauerte, desto mehr Teller und Zutaten stapelten sich. Vielleicht war es aber auch gut so, dass wir kaum Platz hatten, ansonsten hätten wir wohl einfach aufwändiger gekocht.

 

Könnt Ihr uns hier ein Rezept aus Euerm Buch verraten?

Asiatischer Mango Sellerie Salat – perfekt für den Sommer! (Hier zum köstlichen Rezept)

 

Hand aufs Herz – was habt Ihr während Eures kulinarischen Roadtrips aus der Schweizer Küche am meisten vermisst? Den guten Käse…?

Yves: Mit dem Käse hast du gar nicht so unrecht. Der ist halt in der Schweiz einzigartig 😉 Und an den kühlen Abenden südlich von Perth, wäre ein Fondue und ein Gläschen Kirsch schon lecker gewesen.

Iwan: Den Kirsch kannst du selber trinken, Yves! Mir ist da ein australisches Pale Ale doch sympathischer. Die Auswahl in den Supermärkten ist oft vielfältiger als bei uns, mir hat es wirklich an gar nichts gefehlt.

 

Laden die Idee und der Erfolg des Buchs sowie Eure Abenteuerlust Euch nicht zu weiteren kulinarischen Reisen und Büchern in andere Länder ein?

Yves: Klar tut es das. Im Januar- März 2018 waren wir für 2 Monate in Neuseeland, wo wir unser zweites Kochbuch geschrieben haben, was im Frühjahr 2019 auf den Markt kommen wird.

Iwan: … auch wieder mit zwei Pfannen 😉

 

Vielen Dank, Iwan und Yves! Das macht Appetit auf mehr!



Mehr Informationen zu den Jungs und zu „Zwei Pfannen on the road“ findest Du unter:
zweipfannen.com