2 cl Wodka, 6 cl Tomatensaft, 2 cl Zitronensaft, 1 Prise Salz und Pfeffer, ein Schuss Tabasco und ein Schuss Worcestershiresauce. Garniert mit einer Selleriestange zum Umrühren und Snacken und fertig ist sie – die Bloody Mary! Tolles Rezept, denkst Du! Aber wie hat Deine innere Stimme Worcestershiresauce gelesen? Wörtschesterschersauce? Oder doch Wusterschersauce?

 

Und woraus besteht Worcestershiresauce?

 

Schnell das Steak damit gewürzt, aber keine Ahnung woraus diese würzige Soße überhaupt besteht? Hier kommt die Lösung: Sardellen!

Fermentierte Sardellen sind der Hauptbestandteil der Worcestershiresauce.

Fermentierte Sardellen um genau zu sein. Sie sind der Hauptbestandteil, der der Sauce seinen Umami-Geschmack verleiht. Dazu werden sie bis zu 18 Monate in Essig vergoren. Zu den weiteren Zutaten zählen Zwiebel, Melasse, Maissirup, Salz, Pfeffer, Tamarinde, Gewürznelke, Chili, Knoblauch, Wasser und natürliche Aromen. Dazu noch eine Geheimzutat, um die sich zahlreiche Spekulationen drehen. Lea & Perrins. So lautet der Name der Firma, die um 1830 die Worcestershiresauce entwickelte. Die letzte Zutat bleibt ein Betriebsgeheimnis. Den Spekulanten zufolge handelt es sich dabei um das in der vegetarischen Küche Indiens verwendete Asafoetida – ein geschmacksverstärkendes Gewürz, das roh sehr unangenehm riecht und daher auch als „Stinkasant oder Teufelsdreck“ bekannt ist.

 

Worcestershiresauce – Die Sauce, die aus einem Fehlversuch entstand

 

Worcestershiresauce findet viele Nachahmer. Das Original stellten vor nun beinahe zwei Jahrhunderte die Chemiker Lea und Perrins in Worcester erstmals her. Der Legende nach handelte es sich dabei allerdings um ein Versehen, ein Zufall. Im Auftrag von Lord Marcus Sandys, der dieses indische Rezept von einer seiner Reisen mitbrachte, wurde die erste Rezeptur als dermaßen schlecht schmeckend empfunden, dass man diesen gescheiterten Versuch im Keller beließ. Als man es dann Monate später wiederentdeckte und wegwerfen wollte, hat man es kurzerhand ein zweites Mal gekostet. Und siehe da – die Sauce hatte einen an Aromen reichen Geschmack entwickelt.

Entgegen dieser Legende gab es wohl keinen Gouverneur namens Lord Marcus Sandys. Das Rezept lieferte wohl eher eine adlige Frau. Ihr Name durfte allerdings nicht den Weg auf das Etikett finden – das hätte gegen damalige Anstandsregeln verstoßen.

 

Worcestershiresauce – Die korrekte Aussprache

 

Wie so manchmal werden im Englischen Wörter ganz anders geschrieben als ausgesprochen. Gleiches gilt ebenso auch für „Worcester“. Die namensgebende Stadt liegt in der Grafschaft Worcestershire. Historisch betrachtet wurde „Worcester“ dreisilbig ausgesprochen. Die Aussprache änderte sich jedoch mit der Zeit, die Schreibung jedoch nicht. Und so haben sich [wuster / ˈwʊstə] bzw. [wusterscher/ ˈwʊstəˌʃər] im Laufe der Zeit als Aussprache etabliert – ohne dass die Schreibung angepasst wurde.

 

Fünf Hersteller der Sauce

Anfangs noch zunächst als Mittel zur Verdauungsförderung verwendet, fand Worcestershiresauce schnell vielseitige Anwendung in der Küche. Man würzt Pasteten, veredelt Fischgerichte, kreiert schmackhafte Saucen oder schmeckt den Salat ab.

Gewonnen wird das Produkt durch Lagerung in großen Eichenfässern. Nach einiger Zeit (mind. ein Jahr) kann die Worcestersauce dann verwendet oder verkauft werden.

 

  1. Das Original – Worcestershiresauce von Lea & Perrins – Das Original der klassisch englischen Würzsauce wird unter „Worcestershiresauce“ gehandelt, während Nachahmungen unter „Worcestersauce“ geführt werden.
  2. Das Traditionsprodukt – Worcester Sauce aus der Altenburger Senffabrik
  3. Die vegane LösungSanchon Würzsauce Worcestershire Sauce
  4. Das Ostprodukt – Worcester Sauce Dresdner Art
  5. Do-it-yourself – Worcester Sauce selbstgemacht (bestehend aus Apfelessig, Sojasauce, Senfkörner, Salz, Zitronensaft, Tamarinde, Pfeffer, Chili, Curry, Knoblauch, Zwiebel, Zimts, Ingwer)
  • Schritt 1: Zutaten in einen Topf vermengen, kurz aufkochen und etwa 10 Minuten lang köcheln
  • Schritt 2: Topf vom Herd nehmen und abkühlen lassen
  • Schritt 3: durch ein feines Sieb gießen, in ein dichtes Gefäß umfüllen und gekühlt aufbewahren