Ein Restaurant mit der Atmosphäre skandinavischer Tropen. Victoria ist immer auf der Suche nach neuen lokalen Produkten. Mit ihrem umfangreichen Wissen über die Botanik, kreiert Sie Gerichte mit viel Grün und Gemüse. Zu Ihren grünen Gerichten, bietet Sie ein blaues Wasser, hergestellt aus natürlichen Produkten, an.

 

Was war der Grund für dich, auf eine vegane Ernährung umzusteigen?

Als Kind verbrachte ich viel Zeit mit verschiedenen Tieren, einschließlich Haustieren und von Anfang an war es mir klar, dass sie auch alles verstehen, fühlen und das Ihnen ein respektvoller Umgang zusteht.
Wenn ich als Kind dachte, dass ich sterben würde, wenn ich kein Fleisch und keine Milchprodukte mehr esse, dann wurde mir im Alter von 16 Jahren klar, dass mir nichts Schlimmes passieren würde. Ab diesem Moment ernährte ich mich nur noch vegan und seitdem habe ich nicht ein einziges Mal in meinem Leben diese Entscheidung bereut.

 

Wie bist du dazu gekommen, Koch zu werden?

Ich kam ganz zufällig zu meinem Beruf. Im Alter von 16 Jahren, als ich eine Ausbildung zur Seefracht-Verkehrskauffrau machte, fragten mich meine Freunde, ob ich nicht in der Küche des Frachtschiffs mithelfen möchte, ich willigte ein und bald erkannte ich, dass ich auf einem Frachtschiff weiter auf See arbeiten möchte. Nur eine Ausbildung als Koch oder Steuermann könnten mich dorthin bringen. Es war viel einfacher, sich letztendlich als Koch ausbilden zu lassen. Ich habe immer gerne gekocht und so beschloss, in der Küche zu arbeiten. Im Alter von 18 Jahren, als ich meine Ausbildung beendete, war mein erster Job in einem kleinen viktorianischen Café. Es gefiel mir dort sehr gut und ich arbeitete etwa ein Jahr lang in einer Kette von viktorianischen Cafés, aber bald wurde mir klar, dass es dort nichts mehr zu lernen gibt und ich ging zum Restaurant „KoKoKo“, um mehr zu lernen.

 

Seit wann arbeitest du ausschließlich mit pflanzlichen Produkten?

Mir gefällt es sehr nach seltenen Pflanzen, Produkten zu suchen und auch von Ihnen zu erzählen. Es stellte sich nämlich herausstellte, dass viele Menschen, zumindest in meinem Umfeld, die biologische Vielfalt, die um uns herum existiert, nicht bewusst sind. Viele Menschen wissen nicht, dass jede Pflanze viele Arten und Sorten hat, dass Karotten nicht nur orange sind und dass die Familie des Kohls mindestens 4000 Arten hat. Ich bin sehr daran interessiert, nach etwas Seltenem zu suchen, was man nicht in den Regalen der normalen Supermärkte finden kann, darüber zu erzählen und mit den Produkten zu arbeiten. Ich benutze selten irgendwelche ungewöhnlichen Kombinationen, stattdessen versuche ich, mit den Standardprodukten zu arbeiten, wie wilde Pilze, Pflanzen und seltene Kohlsorten.

Zum Zeitpunkt meines ersten Jobs war ich bereits Veganer und musste auch oft von meinen Prinzipien abweichen, wenn ich an nicht veganen Orten wie „Em“ oder „KoKoKo“ gearbeitet habe. Zu dieser Zeit meiner „Ausbildung“ musste ich mit Fleisch und Fisch arbeiten. Ich hatte einfach keine Wahl, schätze ich. Als ich anfing, meine eigenen Menüs zu erstellen, waren diese natürlich vom ersten bis zum letzten Gang vegan und werden auch immer vegan sein.

 

Zurzeit sind Sie Chefkoch des veganen Restaurants „Grün“. Für was steht der Name?

Der Name „Grün“ spiegelt das gesamte Team des Restaurants wider. Es ist ein Wort aus dem skandinavischen und unser Restaurant demonstriert den skandinavischen Lifestyle. Zudem findet man die Farbe Grün auch überall in unserem Interieur wieder und der Name harmoniert bestens mit den Produkten, die wir benutzen.

 

Im Restaurant bieten Sie ein blaues Getränk an, welches tatsächlich einfach nur Wasser ist. Wie erreichst man diesen Effekt?

Zum Zeitpunkt der Eröffnung wollten wir uns ein etwas außergewöhnlicheres Wasser überlegen, welches wir dann unseren Gästen kostenlos zur Verfügung stellen könnten. Es gab verschiedene Ideen, wie eine Aloe Vera oder eine andere interessante Pflanze ins Wasser zu legen. Am Ende haben wir uns für die Option entscheiden, dem Wasser ein wenig von der blauen Klitorie, einer thailändischen Pflanze, hinzuzufügen, diese gehört zu der Familie von Hülsenfrüchten. Die Blume schafft es viele Sachen, in eine leuchtend blaue Farbe zu verwandeln. Das Ergebnis ist ausgezeichnet. Ich glaube, es ist das gehypteste „Instagram-Wasser“ der Stadt. Es sieht wunderschön aus und es ist angenehm zu trinken.

 

 

Verwendet Ihr bei anderen Produkten auch solche „Tricks“?

„Tricks“ sind eigentlich nicht gerade meine Geschichte. Ich benutze keine hochmoderne Technologie, weil ich mehr daran interessiert bin, mich mit dem Produkt selbst zu beschäftigen. Ich verbringe viel Zeit damit, etwas Neues und Seltenes zu finden, wie getrocknete Pilze oder lila Blumenkohl. Anstatt neue Technologien zu studieren, suche ich lieber ein einzigartiges Produkt und setzte darauf den Fokus. Es ist wichtig, den Menschen zu zeigen, dass es solche Produkte gibt, um diese Produkte nicht zu vergessen, weil wir Sie sonst einfach verlieren­­.

 

Mit welchen Produkten arbeitest du am liebsten und warum?

Insbesondere arbeite ich gerne mit unseren lokalen Produkten, denn die Globalisierung macht ihren Job und mit der Verfügbarkeit von Avocado, Ananas oder Mango begannen wir, Johannisbeeren, Rettich, Rüben und Kohl zu vergessen. Meiner Meinung nach ist das nicht ganz richtig, denn wenn wir aufhören, diese Produkte zu essen, verlieren wir Sie einfach und die Produkte werden nicht mehr angebaut. Unsere Nachkommen werden dann schlimmstenfalls, nur noch in Büchern über Sie lesen. Ich halte das für inakzeptabel und versuche immer, Produkte zu verwenden, die spezifisch für den Ort sind, an dem ich geboren wurde, aufgewachsen bin und lebe, wie Preiselbeeren, Weißkohl, Rettich, Äpfel und Kirschen.

 

Wie würdest du die Atmosphäre des Restaurants beschreiben?

Die Atmosphäre des Restaurants sind skandinavische Tropen.

 

Um eure Verbraucherabfälle zu reduzieren, stellt ihr z.B. aus den Kartons der Lieferanten Visitenkarten für das Restaurants her. Nutzt Ihr noch andere einzigartige Möglichkeiten, um Müll oder Plastik im Restaurant zu reduzieren?

In der Küche versuchen wir, mit unseren Produkten so sorgfältig wie möglich zu arbeiten. Jedes Mal, wenn wir etwas Neues herstellen, sei es mit Kohlrabi, Rote Beete oder Kohl, überlegen wir, was wir tun könnten, damit wir nichts wegwerfen oder den Prozentsatz reduzieren, der normalerweise weggeht vom Produkt. Bei der Arbeit mit Blumenkohl haben wir zum Beispiel festgestellt, dass die Blätter und Stängel, nicht weggeworfen werden müssen. Wir versuchten, sie zu gären und es stellte sich heraus, dass es sehr gut funktioniert und so führten wir eine Suppe aus diesen Blättern und Stielen ein.
Grundsätzlich denken wir natürlich darüber nach, wie wir die Menge der Lebensmittel, die wir wegwerfen, reduzieren können und wir sorgen dafür, dass der Müll richtig entsorgt wird.

 

Welchen Rat können Sie den Menschen zu Hause oder anderen Köchen geben, um unsere Welt sauberer zu halten?

Ich finde, dass der allererste und wichtigste Schritt nicht der ist, darüber nachzudenken, wie man richtig Kartoffelschalen zubereitet, sondern einfach damit zu beginnen, den Müll zu sortieren und Plastik und Tetra Packs zu recyceln. Meiner Meinung nach ist das größte Problem Plastik.

 

Kannst du mit uns ein Rezept teilen, wie man interessant und einfach, Wildkräuter kombinieren kann?

Das beste Rezept für Wildkräuter ist, wenn man im frühen Frühling, zum ersten Mal im Jahr raus auf das Land fährt und dort die ersten, jungen Blätter sammelt, wie Löwenzahn, Primel und Stiefmütterchen. Möglicherweise auch einige Blumen, wie die Feldnelke, diese fängt ziemlich früh an zu blühen an. Wenn Sie es schaffen, ein wenig Schachtelhalme zu sammeln, können Sie diese anbraten und die Blumen hinzufügen. Meine Lieblingsbeschäftigung im Frühjahr, auf dem Landhaus, ist es all das zu sammeln, nach einigen Pilzen zu suchen, alles ein wenig mit Knoblauch anzubraten, junge Blätter von Kräutern aller Art hinzuzufügen und alles mit Öl und Salz abzuschmecken. Es ist erstens gesund und zweitens braucht man dafür nur

Produkte, die direkt um uns herum wachsen.

 

Vielen Dank, Victoria!

 

Sind Sie ein ehrgeiziger Koch mit Karrierewunsch? Möchten Sie mit Viktorias Mosinas Team im Restaurant „Grün“ zusammenarbeiten? Wir sind stets auf der Suche nach motiviertem Personal, welches sich bei uns einbringen möchte. Wenn Sie sich direkt bewerben möchten, dann einfach über diese E-Mail Adresse  nikita@grun.world

Wir freuen uns von Ihnen zu hören.