Titti Qvarnström arbeitete als Küchenchefin bei Bloom in the Park, Malmö. Im Jahr 2015 wurde Bloom in the Park mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Titti war die erste Frau in Skandinavien, die für ihre Kochkünste einen Michelin-Stern erhielt. In diesem Interview erfahren Sie, welche Vision und Ideen Titti beim Kochen hat.

Ein Kochporträt von Chef Titti Qvarnström

Fotos vom Essen © titiqvarnstrom.se
Porträtfoto: Christoffer Lomfors
Foto vom Wald: Caroline Södergren

 

Titti, woher kommt Deine Liebe und Leidenschaft für das Essen?

Meine Leidenschaft für Essen und Produkte kommt von innen, ich finde es faszinierend, aus einer Notwendigkeit ein Vergnügen zu machen.

 

Da Du in Deiner Kindheit viel Zeit im Wald verbracht hast, findest Du immer noch neue Inspiration für das Kochen in der Natur?

Die Natur ist immer eine große Quelle der Inspiration, die Rohheit und Reinheit der Wildnis ist es, was mich dazu bewegt, innovative Gerichte und kulinarische Erlebnisse zu erneuern.

 

Fotografin: Caroline Södergren

 

Die nordische Küche ist in den letzten Jahren so populär geworden. Wie würdest Du den Schlüssel / die Magie der nordischen Küche beschreiben?

Der Zauber der nordischen Küche besteht darin, dass wir heute eine Generation erfahrener Köche sind, die die nordische Küche von traditionell bis neu und innovativ neu erfunden haben, indem sie eine Mischung aus alten und neuen Techniken für die besten Produkte dieses Teils der Welt verwendet haben. Wesentlich in dieser Arbeit ist, dass uns nichts zurückgehalten hat, aber wir konnten uns kreativitätstechnisch ausprobieren und so entstanden wunderbare Dinge in der Food-Szene.

 

Nordische Küche beschreibt eine große Region. Gibt es große Unterschiede zwischen schwedischer, dänischer und norwegischer Küche?

Ja, es gibt einen großen Unterschied zwischen den Küchen in allen 7 skandinavischen Ländern – Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland, Island, Åland und den Färöer Inseln wegen des großen Unterschieds in Klima, Topographie, Obst und Gemüse – und der Tradition.

 

Du hast auch einige Erfahrungen als Küchenchef in Berlin, Deutschland gesammelt. Wie hat Dich diese Zeit als Koch beeinflusst?

Es war eine Freude, in den Berliner Küchen zu arbeiten, wegen der Fähigkeiten, Professionalität, Arbeitsethik und Kameradschaft, die ich in der deutschen Hauptstadt erlebt habe. Alles in allem hat es mich zu einem besseren Koch gemacht.

 

 

Wie würdest Du Deine kulinarische Linie heute beschreiben?

Ich war schon immer begeistert von der Herausforderung und der Flexibilität, die mit der Arbeit mit kleinen Produzenten verbunden ist. Die Speisekarte ist von Tag zu Tag so gestaltet, dass die Nutzung des Ernteguts maximiert wird. Es ist eine „hier und jetzt Küche“.

 

In den Medien giltst Du als Pionier der nachhaltigen Gourmetküche. Kannst Du ein Gericht nennen, das es am besten beschreibt?

Wegen des Treffpunkts servieren wir viel Kaffee, so dass wir viel Kaffeesatz übrighaben. Dies wird getrocknet und für mehrere Dinge verwendet, Fladenbrot, Kuchen und Seife sind einige.

 

Deine Wurzeln und Leidenschaft gehören zu Südschweden. Aus kulinarischer Sicht: Was ist typisch für Südschweden?

Wir haben eine lange und lebendige Tradition in der Vorbereitung von Rook, welches eine saisonale Delikatesse ist. Äpfel wachsen in Südschweden außerordentlich gut und produzieren extrem reiche aromatisierte Früchte in einer großen Vielfalt. Kavring ist eine Art süß-würziges Roggenbrot, das besonders gut zum traditionellen schwedischen Käse passt.

 

Könntest Du ein oder zwei Deiner neuesten Kreationen mit uns teilen?

Essen ist vergängliche Kunst und lässt sich am besten mit allen Sinnen erleben.

 

 

Saisonale Küche ist Dir wichtig. Wie überwindest Du den Winter? Welche Spezialitäten bietest Du in den Wintermonaten an?

Es gibt keinen Mangel an Produkten im Winter und die Schweden haben sich zu Experten beim Fermentieren, Lagern, Beizen, Trocknen und Lagern entwickelt. Das ganze Wild ist im Winter verfügbar, ebenso wie Fisch und Meeresfrüchte, die in kalten Gewässern besser wachsen.

Die natürlichen und so geschmackvollen Zutaten aus Schwedens Natur, sind bereits mehr als die Hälfte der Miete für ein tolles Gericht. (lacht)

 

Danke, Titti!

 

Küchenchef Titti Qvarnström hat eine nachhaltige Herangehensweise an das Kochen. Was ist Deine Art zu kochen? ➔ Melde Dich kostenlos an und teile uns das mit!