In der Hansestadt hat ein neues Café eröffnet. Das mag sich erst einmal nicht übermäßig spannend anhören, ist es aber. Denn TEIKEI hat sich der Nachhaltigkeit verschrieben – von der Bohne bis zum Verkauf.

 

Alles fing mit Hermann Pohlmann an, der vor rund dreieinhalb Jahren die Non-Profit-Organisation Teikei gründete. Die basiert auf dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft und bringt Erzeuger und Verbraucher auf Augenhöhe. Dabei soll in ökonomischer, sozialer und ökologischer Hinsicht nachhaltig global gewirtschaftet werden. Aber wie sieht das genau aus?

 

Dazu muss man noch weiter von Hamburg weggehen: nach Mexiko. Auf drei Fincas in El Equimite wächst biodynamischer Kaffee nach Demeter-Standards heran. Die Erzeuger bekommen dafür laut Teikei einen Lohn, der sich an ihren Bedürfnissen orientiert. Er liegt bei 7,80 Euro pro Kilogramm.

 

 

Wald muss keiner für die Plantagen gerodet werden, denn die Organisation setzt auf Agroforstwirtschaft. Dabei werden Sträucher oder Bäume und landwirtschaftliche Kulturen auf ein- und derselben Fläche genutzt, was der Plattform der Schweizer Biobäuerinnen und Biobauern zufolge (LINK: https://www.bioaktuell.ch/pflanzenbau/nachhaltigkeit/agroforst.html) bis zu 30 Prozent mehr Erträge als bei getrennten Flächen bringen kann. „Wir haben Kaffeebauern gefunden in Mexiko, die die Idee kennen und anwenden. Wir haben mit den Bauern ihren Bedarf errechnet und zwar in einer Größe, dass auch die Kinder der Bauern ein Interesse daran haben, die Landwirtschaft weiterzubetreiben“, erklärt Hermann Pohlmann.

 

Credit: TEIKEI Coffee
Credit: TEIKEI Coffee

 

Ist der Kaffee geerntet, wird er per Schiff nach Deutschland transportiert, aber nicht etwa mit einem Containerschiff. „Wir laden unseren Kaffee auf die Avontuur. Die Avontuur ist ein Segelschiff, welches unseren Kaffee ausschließlich mit der Kraft des Windes nach Europa transportieren kann“, sagt Marlon Rommel von Teikei. Minimale Belastung für das Meer, maximale Klimafreundlichkeit. Die Überfahrt dauert laut Team 68 Tage, spart aber 90 Prozent der CO2-Emissionen ein.

 

„Gerade das Segeln war auch den Bauern ein großes Anliegen, um nicht durch Treibhausgase und Stickoxide weiter die Weltmeere und unser Klima zu belasten. Mit unserem Segelschiff wollen wir da ein Zeichen setzen, auch im Transport neue Wege zu gehen“, erklärt Helmut Wolmann von Teikei.

 

 

Vollends veredelt wird der Kaffee dann bei einem biozertifizierten Röster im Seevetal, südlich von Hamburg. Von dort aus wird er schließlich an die Verbrauchergemeinschaft versendet, die den Kaffee durch ihre Bestellung vorfinanziert hat, womit sich der Kreis im System der solidarischen Landwirtschaft schließt. Oder eben in das neu eröffnete Café, das den Namen der Organisation trägt: TEIKEI. Das japanische Wort beschreibt das System hinter solidarischer Landwirtschaft, also den Zusammenschluss von Menschen, um ein solches Projekt zu finanzieren und sich die Ernte quasi zu teilen.

 

Inhaber ist Hermann Pohlmanns Sohn Aaron Küppers. In dem Laden im Hamburger Karoviertel steht der Designer und Kaffeeprofi selbst hinterm Tresen, backt Kuchen und serviert frisch gebrühten Kaffee. Die Bohnen aus Mexiko gibt es abgepackt für zu Hause. Die Backwaren sind saisonal und werden hinsichtlich der Zutaten den Erzeugnissen der jeweiligen Jahreszeit angepasst. Die Inhaltsstoffe kommen aus der Region. Und das gute Gewissen beim Konsumieren, das gibt es umsonst.