Sonntag, 25. März 2018 Kick-Off in Frankfurt am Main! Was Ende 2016 als Idee begann wurde als grandioses Projekt umgesetzt. Die Resteküche – der erste Food Truck hierzulande, der mit geretteten Bio-Lebensmitteln leckere Gerichte kreiert.
Ein starkes Zeichen gegen zunehmende Lebensmittelverschwendung und ein ebenso lauter Weckruf des Bewusstseins eines jeden einzelnen Konsumenten. Daniel vom ShoutOutLoud-Team berichtet uns mehr.

Wie ist die Idee für Resteküche entstanden und wer steckt dahinter?

Wir veranstalteten im Sommer 2016 unser erstes eigenes Food Festival, bei welchem wir nicht nur diverse aus alten Paletten gebaute Essensstände mit ganz unterschiedlichen Gerichten, sondern auch ein ganz buntes Rahmenprogramm anboten: Filmvorführung, Live-Musik und ein Koch-Wettstreit zwischen Amateuren und Profis. Am Ende des Tages hatten wir über 1.000 Gäste und das durchweg positive Feedback auf unser Festival sowie unser Engagement waren dann Anlass dafür, unser Engagement auf ein neues Level zu heben – die Idee des eigenen Foodtrucks war geboren. Für uns geht es im Kern um eine spannende Kombination aus Streetfood, Achtsamkeit und kulturellem Austausch.

Resteküche – Streetfood trifft auf Achtsamkeit

Was möchtet Ihr mit RESTEKÜCHE – BESTE KÜCHE erreichen? Welche Message möchte ShoutOutLoud ausrufen?

Wir wollen zu mehr Wertschätzung von Lebensmitteln beitragen, indem wir auf genussvolle Art und Weise auf Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen. Wir sind der Meinung: Der moralische Zeigefinger ist tot. Man kann Leute nur für solch große und mitunter sperrige Themen wie Lebensmittelverschwendung begeistern, indem man sie auf genussvolle oder spaßige Art und Weise in den eigenen Bann zieht. Denn über Probleme sprechen und dafür alles und jedem die Schuld in die Schuhe schieben ist einfach. Interessant wird es, wenn es um Lösungen geht, die alle mit ins Boot holen. Und spannend wird es, wenn Menschen nicht nur über ein zuvor vernachlässigtes Problem neu oder anders nachdenken, sondern wenn sie auch noch ihr eigenes Handeln dementsprechend ändern. Wir wollen in den Menschen wieder die Liebe zu Lebensmitteln und ihrer Geschichte entfachen.

Die Finanzierung des Projekts wurde auch mittels Crowdfunding gestemmt. 40.000 Euro kamen so zusammen. Ein Zeichen dafür, dass viele sich ebenso mit dieser Thematik rund um Lebensmittelverschwendung beschäftigen oder beschäftigen wollen. Derzeit noch zu wenige?

Klar. Denn noch ist das Problem ja extrem groß, weshalb sich offensichtlich noch zu wenige damit beschäftigen. Aber wir können auch ein zunehmendes Interesse beobachten, das immer häufiger auch zu neuen Initiativen führt, die sich gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen. Und wir hatten dann einfach das Glück, dass wir vor dem Start unserer Crowdfunding-Kampagne bereits über ein großes Netzwerk an Freunden und Partnern verfügten, die uns dann unterstützt haben.

Kick-Off-Tag! Die ersten Abnehmer der „Früchte“ Eurer so ehrlichen und wichtigen Arbeit waren gefunden. Es gab leckere Burger. Welche Gefühle durchströmten Euch, als die ersten Gerichte über die Ladentheke Eures Food Trucks gingen?

Ein Gefühl großer Freude, gepaart mit einer ordentlichen Portion Stolz. Wenn ich mich zurückerinnere, ertappe ich mich jedes Mal wieder dabei, wie es ein Lächeln auf mein Gesicht zaubert. Das ist einfach ein wahnsinnig gutes Gefühl, wenn man das eigene Engagement sich immer wieder neu erfinden lassen und auf immer höhere Level heben kann. Man lernt nicht nur selbst extrem viel, sondern erreicht eben auch immer neue Menschen.

Die Restekücke – ein bisschen Spontanität
und kulinarische Neugier

 

Die mehr als 300 Burger wurden dabei mit Lebensmitteln zubereitet, die sonst nicht den Weg in die Bäuche der Leute gefunden hätten. Zu krumme, zu unförmige Lebensmittel erhalten so eine „zweite Chance“. Schmeckt’s denn trotzdem? Welche Gerichte stehen sonst auf der Speisekarte? 

Die Resteküche lebt ja von ihrer Spontanität. Gerade weil man eben nicht weiß, was man ein, zwei Tage vor einem Event gerade so rettet, muss man immer improvisieren und sich Gerichte einfallen lassen. Kreativität und Lust, neue Dinge auszuprobieren, sind hier das A und O. Und mit unserem wechselnden Angebot wollen wir ein bisschen Spontanität und kulinarische Neugier in den Alltag der Menschen bringen. Man muss aber auch ehrlicherweise sagen, dass sich bei uns schon ein paar Klassiker etabliert haben: Zum Beispiel Sandwiches mit bunten Aufstrichen, Chutneys und Toppings eignen sich hervorragend für die Resteküche.

Wir sprechen von geretteten Lebensmitteln. Was ist darunter zu verstehen?

In unserem Fall sind das durch eine Kooperation mit einem Bio-Großhändler Lebensmittel, die es nicht mehr in den Einzelhandel schaffen. Die Gründe hierfür sind ganz unterschiedlich: Von Transportschäden an den äußeren Verpackungen, über eine zu kurze Dauer bis zum Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums bis hin zu kleinen ästhetischen Mängeln. Keiner der Gründe spricht aber für eine Einschränkung im Hinblick auf die Genießbarkeit – ganz im Gegenteil: Die Lebensmittel sind alle noch wunderbar genießbar!

Regionalität und Saisonalität sind große Stichwörter der Gastronomieszene. Woher bezieht Ihr Eure Zutaten und worauf legt Ihr sonst noch Wert?

Unser größter Partner ist der Bio-Großhändler Phönix, bei dem wir ein Mal pro Woche Lebensmittel „retten“. Daneben gibt es noch Kooperation mit Erzeugern, wie bspw. dem Dottenfelderhof oder Ackerlei, wo wir hin und wieder Event-bezogen Lebensmittel erhalten, die es nicht in den Verkauf schaffen. Und dann bewahren wir auch manchmal bei einem Bio-Bäcker Backwaren oder einem Bio-Getränkehersteller Limonade vor der Tonne.

Was geschieht mit eventuell angefallenen, nicht verwerteter Küchenresten im Food Truck?

Die verteilen wir immer im Verein. Da wir mittlerweile ja gut 25 Leute sind, klappt das bislang auch immer wunderbar! Bei größeren Mengen haben wir dann auch noch ein erweitertes Netzwerk, wo wir Lebensmittel weiterverteilen können.

Wie geht es weiter? Folgt bald ein ganzer Fuhrpark an Food Trucks?

Schön wär’s! Das wird aber leider in unserer momentanen Organisation als ehrenamtlicher Verein nicht möglich sein. Auch wenn wir schon Anfragen aus anderen Großstädten in Deutschland bekommen haben, die sich auch eine Resteküche wünschen.

Wo werden wir die Resteküche demnächst überall antreffen?

Die Resteküche wird noch häufiger in Frankfurt und Umgebung anzutreffen sein – immer an unterschiedlichen Standorten. Wir versuchen ja möglichst viele Menschen zu erreichen, und deshalb werden wir auch so viele unterschiedliche Standorte wie möglich auszuprobieren. Unsere Events kündigen wir immer auf unserer Webseite www.shoutoutloud.eu und in sozialen Medien an.

Vielen Dank, Daniel und weiterhin viel Erfolg!

In den 2 Minuten, die Du benötigst, um diesen spannenden Beitrag zu lesen, werden schätzungsweise 36.000 Kilogramm größtenteils noch genießbare Lebensmittel allein in Deutschland weggeworfen.

Hat Dich der Beitrag motiviert, gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen? Dann schaue gerne im Bereich unserer Food Trucks vorbei und mache es ShoutOutLoud und Resteküche gleich: https://www.cookconcern.com/de/foodtrucks/