Paula Artigas ist Konditorin in ihrem eigenen Restaurant. Wir wollten wirklich mehr darüber erfahren. Lesen Sie den spannenden Artikel.

 

Heute arbeitest Du als Konditorin in Deinem eigenem Unternehmen „Paula Pastelería Fina“. Wie hast Du Deine kulinarische Karriere begonnen?

Ich habe 2013 mein Studium in der Konditorei an der Le Cordon Bleu-Schule in Peru begonnen und 2015 abgeschlossen. Ich lebe in einer städtischen Gemeinschaft, in der ich anfing, meine Desserts zu verkaufen. Die Leute mochten sie sehr, und bald verkaufte ich sie über eine Kette von Minimärkten, was mir eine völlig neue Kundschaft ermöglichte. Letzten Sommer war ich in 6 verschiedenen Strandgemeinschaften im Süden und diesen Sommer sind wir in 12 Strandgemeinschaften sowie in 7 Geschäften in Lima.

 

Woher kommt Deine Faszination für das Gebäck?

In Wirklichkeit begann meine Leidenschaft für Gebäck schon als Kind. Im Alter von 5 Jahren machte ich Desserts zu Hause. Meine Mutter ist eine wunderbare Köchin und ich habe sie immer in der Küche begleitet. Obwohl sie Hauptgerichte kocht, mag ich Gebäck viel mehr.

 

Du hast einen Abschluss des Le Cordon Bleu in Peru gemacht. Was hat diese berühmte kulinarische Institution aus Deiner Sicht so besonders gemacht?

Das Le Cordon Bleu verfügt nicht nur über die gesamte Methodik der berühmten Institution, sondern hat auch die Unterstützung der peruanischen Küche, die sich mittlerweile auf der ganzen Welt etabliert hat. In der Liste der Desserts und Gebäckstücke finden man viele davon in Convents, die 300 Jahre alt sind. In Le Cordon Bleu gibt es Kurse mit peruanischem Dessert und Gebäck, die man in keinem anderen Cordon Bleu der Welt finden.

 

Die peruanische Küche wurde auf der ganzen Welt berühmt. Was ist Deine Erklärung dafür?

Die peruanische Küche ist eine Mischung aus weltlichen Geschmäcken und Aromen. In den Hauptgerichten finden Sie kantonesischen Einfluss (der an sich eine Mischung aus verschiedenen Regionen Chinas ist) sowie die Küche peruanischer Sklaven. Diese Mischung und die große Vielfalt an heimischen Materialien haben zu einer einzigartigen Küche geführt.

 

Was ist mit dem peruanischen Gebäck? Wie würdest Du es am besten beschreiben?

Peruanisches Gebäck wurde mit der spanischen Kolonisation geboren. Vor der spanischen Kolonisation konsumierten die Peruaner eine große Vielfalt an Früchten. Mit der Ankunft der Spanier und der Produktion von Zucker kamen die Konvente, in denen die Nonnen anfingen, das Gebäck herzustellen. Sie passten die Zutaten an lokale Gegebenheiten an, die zu unserem traditionellen Gebäck wurden.

 

Mit „Paula Pastelería Fina“ hast Du Dein eigenes Geschäft eröffnet. Was bietest Du an?

Was ich denen anbieten möchte, die meine Desserts kaufen, ist das Glück des Herzens. Sie sind komplett „hausgemacht“, mit viel Hingabe und Liebe. Es handelt sich hierbei nicht um „Schaufensterpuppen“, sondern um Desserts von sehr guter Qualität, die wir bei unseren Familien in unseren Häusern verwenden.

 

Was sind die neuen Entwicklungen / Trends in der peruanischen Konditorei-Szene?

Die Tendenz auf der ganzen Welt ist heute, Gebäck zu kreieren, das besser aussieht und ansprechender ist, aber am Ende sind die Aromen und der Geschmack wichtig.

 

Wie würdest Du heute Deine kulinarische Linie beschreiben?

Meine Desserts sind total traditionell, nichts Modernes. Es ist das Dessert, das man in den Mund nimmt, um sich an sei zu Hause zu erinnern. An die eigene Großmutter oder Mutter.

 

Kannst Du mit uns eine Deiner besonderen Gebäckkreationen teilen?

Meine Nachspeisen sind alle traditionell. Der Unterschied ist die Qualität der Abfüllung, die ich in sie fülle. Mein bekanntestes Dessert ist der „Pionono“, gefüllt mit einer zuckerhaltigen Creme namens „Manjar Blanco“, die selbst gekocht wird. Das Rezept stammt von meiner Mutter, die es immer zu Hause zubereitet hat.

 

Und auch Deine letzte Kreation?

Ich kombiniere zwei Zutaten, um die „Bombita de Mana“ zu kreieren. Es besteht aus zuckerhaltiger Paste und heißt Mana. Diese wurde zuerst im geschlossenen Kloster „Nuestra Senora de la Encarnacion“ entwickelt. Es ist eine Paste aus Eigelb und Zucker, die anderthalb Stunden gekocht wird. Ich fülle es dann mit meiner zuckerhaltigen Creme „Manjar Blanco“.

 

Was sind einige der weniger bekannten Gewürze, die Du in Deinen Backwaren verwendest?

In Wirklichkeit verwende ich traditionelle Produkte wie Vanille, Zucker, Milch und nichts raffiniertes.

 

Was würdest Du tun, wenn Du Dir ein Jahr lang Sorgen um Dein Einkommen machen müsstest?

Reisen an die schönsten Ecken der Welt. Testen und Probieren neuer Aromen und Kulturen und Lernen des Kennenlernen traditioneller Gebäcke an jedem Ort, den ich besuche.

 

Mit wem würdest Du gerne zusammenarbeiten?

Ich würde gerne mit Jordi Roca arbeiten.

 

Vielen Dank, Paula.

 

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