Leif Besselmann ist vor kurzem als Pâtissier des Jahres ausgezeichnet worden. 

 

Leif, danke dass Du Dir die Zeit nimmst, um ein paar Fragen für unsere Seite zu beantworten. Wir wollen gleich mit der Tür in Haus fallen: Wie fühlt es sich an, Pâtissier des Jahres zu sein?

Das fühlt sich super an und ist für mich eine Bestätigung für meine Leidenschaft, die ich für das Süße habe. Ebenso gibt es Kraft, viel Energie in die Ausbildung des Nachwuchses, zu stecken.

 

Beschreibe uns Deinen Weg zum Erfolg.

Ich glaube so einen richtigen Weg gibt es nicht. Ich bin fest der Meinung, dass es nur ein Ziel gibt, welches man nur erreicht, wenn man absolute Leidenschaft für etwas hat. Ich finde das englische Wort „passion“ hat etwas zauberhaftes, leichtes, genussvolles.

Es gibt allerdings wichtige Menschen, die einen bis zu einem Ziel begleiten und unterstützen, Menschen die für einen da sind und einen auch mal pushen. Ebenso finde ich es wichtig, dass man IMMER am Boden bleibt, egal was passiert.

 

Pâtissier des Jahres – eine tolle Herausforderung

 

Wie startet man so ein Projekt? Wolltest Du schon immer Patissier werden?

Nein, ich wollte eigentlich Fotograf werden. Habe aber bei einem Praktikum in meinem späteren Lehrbetrieb, Feuer gefangen und diese Flamme brennt noch heute.

 

Kannst Du uns kurz die Entwicklung Deiner Manufaktur „Besselmann“ zeichnen. Wie groß war das Team zu Beginn und wie groß ist es jetzt? Wie haben sich das Angebot und Deine Lieferanten im Laufe der Zeit verändert?

Es ist jetzt mehr als elf Jahre her, dass ich mich selbstständig gemacht habe. Erst als Gastronomieberater für die Patisserie und dann mit der Manufaktur. Zu Beginn hatte ich 8 verschiedene Sorten Pralinen und Trüffel, heute sind es über 60 Sorten und dazu kommen noch individuelle Anfertigungen für meine Kunden. Das Team meiner Manufaktur ist klein und ausgewählt, so weiß ich immer, dass wir ein tolles Produkt herstellen. Ein großer Teil meiner Kunden ist schon seit Anfang mit dabei. Der entfernteste Kunde sitzt auf den Malediven.

 

Welche persönliche Note steckt in den kleinen Kunstwerken?

Ich kombiniere die Schokoladen nach dem Grundprodukt und nicht andersherum. Das meint, dass ich für einen z.B. Himbeertrüffel als Basis das Fruchtmark habe und dann überlege, welche Sorten Kuvertüre könnten passen. So sind im Himbeertrüffel 2 Bitterkuvertüren und eine weiße Kuvertüre verarbeitet. Jede Sorte ist ein eigenständiges Rezept, welches viel Ausprobieren und Tüfteln mit sich gebracht hat.

 

Welche tollen Orte hast Du aufgrund deiner Tätigkeit schon gesehen?

Südafrika, Qatar, Bahrain, Dubai, Abu Dhabi, Riga, viele Metropolen in Europa.

 

Waren unter Deinen Kunden auch bekannte Persönlichkeiten, und wenn ja, welche?

Ja, allerdings gibt es keine Einzelheiten dazu. Es waren Königshäuser aus dem Mittleren Osten und Präsidenten, ebenso Moderatoren und Sänger.

 

Was war bislang das schrägste Erlebnis in Deinem Berufsalltag?

Die kurzfristige Anfrage über 10.000 Pralinenschachteln, die wir aber geschafft haben. 🙂

 

„Patissier des Jahres 2018“ (Magazin Rolling Pin)

Viele spannende Eindrücke für den Pâtissier des Jahres

 

Gibt es auch stressige Momente in deinem Beruf?

Klaro, wenn es Terminarbeiten gibt, bzw. wenn bei einem Catering dann das Schicken des Desserts ansteht, kann es schon mal etwas stressig werden. Aber das ist ja positiver Stress, da spürt man in jeder Faser des Körpers die Leidenschaft und nach dem Schicken das Glücksgefühl.

 

Welche Werbemittel hast Du selbst schon genutzt und was war besonders erfolgreich?

Ich mache wenig bis keine Werbung, aber natürlich nutze ich Socialmedia. Erfolgreich ist für mich, die Botschaft über mein Produkt und Mundpropaganda, bzw. Empfehlungen.

 

Abschließende Frage: Was sind aktuell die größten Herausforderungen Deiner Manufaktur?

Der nächste größere Event findet am 02.06.2018 statt da machen wir ein Dessert und verschiedene Pralinen für den Charity Event von „friendsforfriends-charity.com“ zu Gunsten der Hannelore Kohlstiftung ZNS mit vielen bekannten Köchen wie Johann Lafer, Christian Senff und Jörg Leroy. Das wird ein tolles Fest, wir freuen uns schon sehr.

 

Danke für das Interview, Leif.

 

Wenn Ihr selbst auf der Suche nach einem Job als Pâtissier seid, schaut hier vorbei.