Der argentinische Koch Jorge Rey Grange befindet sich seit 19 Monaten auf einer kulinarischen Reise. Es ist die zweite Reise des “reisenden Koches” (die erste ging 3 Jahre lang). Nachdem er einige Reisen mit seiner Arbeit als Executive Chef vereinbart hatte, hat Jorge vor über einem Jahr die Entscheidung getroffen, Segel in ein neues Abenteuer zu setzen, indem er seine zwei Leidenschaften fusionieren konnte.

Sein Ziel? Die Küchen der Welt kennenlernen, die sechs Kontinenten bereisen und dabei einen neuen Guiness Rekord setzen: die längste Weltreise mit dem Motorrad. Er schätzt, er wird etwa Zehn Jahre für die geplante Route brauchen.

 

Jorge Rey Grange im Koch-Porträt

 

Jorge, Du befindest Dich gerade auf einer Weltreise. Dabei führst Du Kurse durch und entdeckst die Gastronomie des Ortes auch. Kannst Du uns erklären, wie Du auf die Idee gekommen bist und was Dein Ziel ist?

Seit Jahren mache ich Reisen auf verschiedene Art und Weisen: zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Pferd, mit dem Motorrad, als Backpacker…meine Karriere als Koch war sehr erfolgreich. Ich hörte eine Reise auf, um in meiner Karriere voranzuschreiten, aber ich habe nie beide Tätigkeiten vereinbart. Eines Tages stellte ich fest, dass der Reisende und der Koch dieselbe Person waren. So stand die Idee von “chef adventure”.

Der Plan ist es, alle Länder der Welt zu bereisen und dabei die Gastronomie eines Ortes zum nächsten Ort zu bringen, damit die Küchen sich mischen. Ich nehme etwas von jedem Ort. So mache ich neue Erfahrungen und lerne neue Zutaten kennen.

 

 

Wie planst Du den Aufenthalt in dem jeweiligen Land?

Es läuft so, dass ich einfach mit meinem Motorrad verreise und viele Projekte erst nach der Ankunft im neuen Land auftreten. Nach meiner Ankunft bekomme ich verschiedene Events, Kurse, Vorträge an Universitäten, Besuche bei gastronomischen Einrichtungen…

Dank dieser Reise lerne ich die anthropologische Entwicklung des jeweiligen Landes kennen. Dadurch ist meine Reise sehr von persönlichen Vorschlägen beeinflusst. Es ist zum Teil wie das Leben: man kann einiges vorhaben, aber tatsächlich verwirklicht man nicht alle seine Pläne, weil andere auf dem Weg auftreten.

 

Hast Du viele gastronomischen Unterschiede gefunden? Kannst Du ein paar Beispiele nennen?

Bisher sind die gastronomischen Unterschiede zwischen den Ländern sehr spürbar. In Südamerika, Mittelamerika und Nordamerika ist die gastronomische Kultur sehr unterschiedlich. Man kann die Unterschiede je nach Migrantengruppen beobachten, die das jeweilige Land empfangen hat.

Zum Beispiel die brasilianische Küche wurde enorm durch die afrikanische, portugiesische und spanische Basis beeinflusst. Dennoch befindet sich die brasilianische Küche immer noch in Entwicklung. Meines Erachtens hat sie noch einen langen Weg vor sich.

 

Eine Abenteuerreise ist eine gute Gelegenheit, um die Dinge mit mehr Zeit und Gelassenheit zu beobachten. Beispielsweise kann man die Produzenten und das Produkt aus der Nähe kennenzulernen.

Nicht nur die Produzenten aus der Nähe kennenzulernen, sondern auch mit ihnen direkt zu arbeiten. Durch wiederholten Kontakt kann man sie bei den Produktionssystemen beraten und wissen lassen, welche Produkte und Entwicklungen sind gerade weltweit im Trend. Darüber hinaus kann man gleichzeitig die neuen, weltweiten Tendenzen beobachten: wie wir von Technologie beeinflusst werden, die Fortschritte in der Gastronomie und die Bedeutung der Fachberater und Hygienevorschriften in jeweiligem Land.

 

 

Denkst Du, dass Landwirten öfter von Küchenprofis beraten werden sollen?

Ich bin überzeugt von der Zusammenarbeit zwischen den Technikern, Köchen und Produzenten. Ich denke, das wäre das Beste.

 

Da Du seit vielen Jahren in der Branche tätig bist, hat sich Deine Wahrnehmung über die Gastronomie bei dieser Reise verändert?

Ja, komplett. Es hat sich nicht nur meine Wahrnehmung verändert, sonder auch meine Art und Weise zu kochen. Meine Beziehung mit der Gastronomie hat sich völlig verändert. Jetzt spüre eine größere Nähe als ich als Koch in einem einzigen Ort gearbeitet habe.

 

Freust Du Dich auf ein bestimmtes Land?

Als nächstes werde ich Peru besuchen und danach Ecuador. Diese Länder erwecken mein Neugier aufgrund ihrer Basis-Zutaten. Auf Asien setze ich hohe Erwartungen.

 

Hast Du vor, nach der Reise zurück in eine “feste” Küche zu gehen?

Nein. Meine Idee ist es, weiter zu verreisen. Das ist mein einziger Zukunftsplan.

 

Vielen Dank für Deine Zeit, Jorge! Wir werden Deine Reise mit viel Interesse folgen.

 

Du kannst Jorges Reise in seinem Blog folgen.

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