In Graz sind zwei findige Köpfe und feine Nasen mit noch feinerem Gaumen auf ein uraltes Rezept gestoßen. Das und die Zapfen aus der steirischen Heimat von Raimund Probst und Florian Maurer bilden die Basis für einen exklusiven Schnaps. „ZIRM. A Bam. A Schnops“ gibt es bislang nur in ausgewählten Lokalen und auf Vorbestellung, wie Raimund im Interview verrät.

 

Ihr seid ein Zwei-Mann-Unternehmen: Wie kam es zur Idee?

Wir haben in der Almhütte von Florians Urgroßvater in einem seiner Tagebücher ein Rezept für Zirbenschnaps gefunden und wie wir halt so sind, haben wir das natürlich gleich mal versucht. Nachdem wir am Fuße des Zirbitzkogels (Steiermark) aufgewachsen sind, wussten wir auch gleich, wo wir die wertvollen Früchte für die ersten Versuche finden würden. Gesagt, getan, drei Wochen später war der erste Schnaps verkostbar. Anfangs noch rein für den Privatgebrauch entwickelte es sich schnell über Mundpropaganda zu einem interessanten Produkt für einige wenige Gastronomen in Graz. Von da an haben wir uns sowohl mengen- als auch qualitätsmäßig neue Ziele gesetzt und sind auch gut am
Weg :-).

Wer Zirbenschnaps noch nicht kennt, worum handelt es sich?

Dem Zirbenschnaps werden heilende Effekte nachgesagt. Er soll dem Magen guttun und eine besonders gute Heilwirkung bei Asthma-Leiden entfalten. Unser ZIRM wird mittlerweile in der vierten Generation nach demselben Rezept hergestellt. Als Ausgangsprodukt dienen uns nur die hochwertigsten und reifen Zapfen aus dem Gebiet Zirbitzkogel. Diese Zirbenzapfen, in der Region als „ZIRMtschurl“ bekannt, brauchen zwei
Jahre Wachstum, bis sie reif sind und verwendet werden können. In einer Seehöhe von 1.700 Metern werden die ZIRMtschurl von uns nachhaltig per Hand geerntet und noch am selben Tag weiterverarbeitet. Frisch vom Baum in die weitere Verarbeitungskette, natürlich alles ohne maschinellen Einsatz. Als Trägerobjekt für den einzigartigen ZIRMgeschmack verwenden wir feinsten österreichischen Korn. Nach einem ausreichenden, genau
festgelegten, Reifungsprozess wird unser ZIRM mehrfach gefiltert und ist nach einem weiteren Nachreifungsprozess endlich am lang ersehnten Ziel angekommen. 

 

Klingt nach einem Naturprodukt. Was ist mit Zusatzstoffen?

Der ZIRM ist somit komplett durch uns selbst in Handarbeit hergestellt – vom Pflücken über das Ansetzen bis hin zur Abfüllung und Etikettierung – und enthält als reines Naturprodukt keine chemischen oder farbverändernden Zusatzstoffe. Dieses Geschenk der „Königin der Alpen“ braucht viel Zeit, Kraft und Arbeit bis in das Stamperl – aber für ein Lächeln auf den Lippen lohnt sich alle diese Arbeit.

 

Wofür steht ZIRM außerdem?
Die Liste der positiven Eigenschaften des Zirbenschnaps ist lang. Allerdings muss man nicht auf einen grippalen Infekt oder eine üppige Mahlzeit warten. Zirbenschnaps ist nicht zuletzt auch ein Genussmittel: Ein bekömmlicher Schnaps, der durch die einzigartigen ätherischen Zirbenöle ausgezeichnet schmeckt. Eine unbeschreiblicher Geschmack, der auf jeden Fall die wichtigste Zirbenschnapswirkung unterstreicht: den Genuss!

 

 

Wie müssen wir uns die Herstellung vorstellen? Welche Schritte sind dafür notwendig?

Den Anfang macht der richtige Zeitpunkt der Ernte. Diese ist auf drei bis fünf Wochen im Jahr begrenzt und liegt in unseren Höhenlagen im Juli/August. Jeder einzelne Baum wird von uns beiden erklettert, denn die Zapfen befinden sich lediglich ganz oben, was das Klettern unverzichtbar mach. Die frisch geernteten Zapfen werden am selben Tag zerkleinert und in feinstem österreichischen Korn angesetzt. Eine tägliche Kontrolle der Entwicklung sowie die Verkostung sind unverzichtbar. Wie lange die Zapfen im Korn angesetzt bleiben, ist von der Qualität der Zapfen als auch von der Lagertemperatur abhängig. Die durchschnittliche Ansatzdauer beträgt in etwa 15 bis 20 Tage.

 

Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit in Eurer Unternehmensphilosophie?

Das Thema Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig und ist alleine schon den Zirbengebieten, in denen wir ernten, geschuldet. Unser Kapital ist ein nachhaltiger Umgang während des gesamten Ernte- und Produktionsprozesses, da das Rohprodukt, der Zapfen, eine zweijährige Frucht ist und wir bei der Ernte dementsprechend verantwortungsvoll vorgehen müssen.

 

Woran erkennt man einen guten Zirbenschnaps? Was macht den Geschmack aus?

Zum einen an der klaren roten bis leicht violetten Färbung und zum anderen am typischen Zirbengeschmack: leicht süßlich, aber nicht zu stark, und ein wenig nach Zapfen. Nach Natur eben.

 

Welches Potenzial hat Zirbenschnaps?

Das Potenzial von Zirbenschnaps ist per se als groß einzuschätzen. Das ist natürlich dem aktuellen Hype rund um Zirbenprodukte geschuldet, aber auch der mit der Zirbe und dem Zirbenland verbundenen Tradition. Das versuchen wir in modernem Design salonfähig zu machen. Bestätigung erhalten wir tagtäglich von unseren Kunden.

 

 

Wo seht Ihr die Zukunft von ZIRM? Inwiefern habt Ihr vor zu wachsen?

Wir befinden uns derzeit in der Situation, dass wir die Möglichkeit gesund zu wachsen voll ausschöpfen. Für uns ist nicht nur die Nachhaltigkeit des Produkts und der Produktion essenziell, sondern auch eine nachhaltige Unternehmensentwicklung.

 

Das Produkt ist damit recht exklusiv. Wo gibt es ZIRM zu kaufen?

Unseren ZIRM bekommt man in ausgewählten Lokalen sowie in einigen Verkaufsstellen von „s’Fachl“ (u.a. Graz). Darüber hinaus kann man über unsere Website www.zirm.st per E-Mail mit uns in Kontakt treten und bestellen. Ein persönlicher Bezug zu unseren Kunden ist uns sehr wichtig, was auch der Grund ist, warum wir bislang noch keinen Webshop implementiert haben.

 

Dann freuen wir uns, weiterhin von Euch zu hören und die Entwicklung von ZIRM zu verfolgen. Danke Raimund!