Die Tore des Opposti in Ottensen in Hamburg sind geschlossen und Gastronom Iman Khosravi hat sich hin zu neuen Ufern bewegt. Wobei es eigentlich altbekannte sind. Das Opposti hat er in Pinneberg neu eröffnet, an einer für ihn wohlbekannten Location und mit einem besonderen Konzept.

 

Wie kam es zum Umzug von Hamburg nach Pinneberg bzw. warum ist Pinneberg ein besserer Standort?

Ich kenne das Objekt schon seit seiner ersten Eröffnung. Das hieß früher Scheune, ich war damals Betriebsleiter und weiß, was es für ein Potenzial hat.

 

Ist die Klientel hier vielleicht eine dankbarere?

Ich würde behaupten, dass ich eventuell mit dem Konzept in Ottensen nicht ganz das Publikum hatte. Unser Angebot ist italo-amerikanisch. Und ich wollte das Konzept erweitern um einen richtigen Mittagstisch, sodass wir ein Ganztagskonzept haben mit Frühstück, Mittagstisch. Das war in Ottensen nicht gegeben.

 

Ihr bietet italienische Küche aber auch amerikanische Burger an: Was ist der Vorteil dieses Konzepts?

Man erreicht mehr Menschen. Opposti kommt aus dem Italienischen und bedeutet Gegensatz. Wir wollen den Gegensatz verbinden zwischen Pizza und Burger. Das sind eben zwei Dinge, die jeder Mensch mag, die man liebt. Warum sollte man nicht beides miteinander verbinden. Wer eventuell gegen Pizzabrot allergisch ist, kann aber vielleicht Burger essen.

 

Ihr sucht noch Personal: Wie schwer ist es, gutes zu finden? Und was muss es mitbringen, zum Beispiel ein Koch?

Das ist für alle Gastronomen das schwierigste, gute Leute zu finden. Essenziell sind Loyalität und Zuverlässigkeit – das ist das Wichtigste, was wir als Gastronomen benötigen. Erfahrung ist auch gut, kann man jemandem aber auch beibringen. Man kann die Leute ja einlernen. Was aber ein Koch braucht, ist, dass er seinen Beruf liebt.

 

 

Inwieweit lasst Ihr Euch von kulinarischen Trends für Eure Speisekarte beeinflussen/inspirieren?

Wir lassen uns schon inspirieren, soweit es passt. Nicht wenig eigentlich. Denn wir machen nicht nur normale Pizza Salami oder Margherita. Sondern versuchen immer wieder auch, Highlights zu setzen. Etwa mit einem Avocado-Burger oder einem Chili-Burger mit einer italo-amerikanischen Mischung mit Salsiccia und Pancetta.

 

Die Preise sind moderat: Wie kann man gute Qualität bieten und dennoch wirtschaftlich bleiben?

An sich rechnet sich zum Beispiel ein Burger trotzdem. Es kommt auf einen guten Einkauf an. Und auf die Masse. Die macht auch etwas aus. Und der Umzug nach Pinneberg. Hier sind die Mieten zum Beispiel viel niedriger als in Ottensen.

 

Wie bist Du zur Gastronomie gekommen?

Ich habe es seit meiner Jugend geliebt und bin seit meinem 18. Lebensjahr in der Gastronomie. Und will auch nicht mehr weg …

 

Viele Karrieren beginnen mit harten Momenten, in denen man darüber nachdenkt aufzugeben. Gab es solche Momente in Deiner Gastro-Karriere und wie hast Du sie überwunden? Was würdest Du heute anders machen?

Es gab harte Zeiten, klar. Aber aufgeben war nicht so mein Ding. Ich liebe meinen Job und will den weiterhin ausüben. Manchmal kommt es vor, dass man ein Projekt aufmacht und es läuft vielleicht nicht wie erhofft. Aber trotzdem macht man weiter.

 

Worauf legst Du in der Küche wert, was Technik betrifft?

Die Küchencrew soll haben, was sie benötigt, um vernünftige Abläufe zu haben. Ganz einfach.

 

Das Thema lokale Lebensmittel, von kleineren und persönlich bekannten Produzenten, wird immer wichtiger: Welche sind einige Eurer lokalen Partner, mit denen Ihr zusammenarbeitet?

Ich arbeite gern mit lokalen Partnern. Regionalität ist sehr wichtig. Mein Bäcker ist lokal, Fleisch hole ich lokal. Einiges auch regional aus Hamburg.