Die Gemeinschaftsverpflegung hat in den letzten Jahren eine Wiederauferstehung gefeiert. War das Image zuvor angestaubt und altbacken, freuen sich Menschen inzwischen, wenn sie vor Ort eine einladende Mensa zur Verfügung haben.

Das hat einen einfachen Grund: die Mensen in Deutschland sind trendy. Dies müssen sie auch sein, wenn man die Konkurrenzsituation speziell in den Großstädten betrachtet. Gerichte werden frisch angefertigt, entsprechend dem aktuellen Zeitgeist. Burger selbst zusammenbauen? Kein Problem. Veggie Angebote? Vermutlich überall Standard. Die Generationen früherer Studenten werden sich aufgrund dieser Wandlung die Augen reiben.

Lasagne mit Tofu, der Kräutermantel um den Schweinerücken oder das Blütenpesto sind längst keine Seltenheit mehr in den Mensen. Etwas Außergewöhnliches lässt sich jede Woche auf dem Speiseplan finden. Diese Entwicklung der Gerichte und Küchen ist sehr mit der gesellschaftlichen verbunden, denn Menschen ernähren sich deutlich bewusster als vor 50 Jahren. Dass Studenten dabei oftmals eine Vorreiterrolle einnehmen, ist bekannt.

Doch nicht nur Studenten folgen diesem Zeitempfinden, auch Mitarbeiter und Angestellte anderer anliegender Betriebe scheuen den Besuch der Mensa nicht. Der stressige Alltag soll mit einer gesunden Ernährung bestmöglich kompensiert werden. Befragt man die verschiedenen Betreiber der Mensen, dann wird deutlich, dass weniger der Preis oder die Menge im Fokus stehen. Essen soll frisch zubereitet werden, die Qualität ist entscheidend.

Die Qualität der Gemeinschaftsverpflegung

Neben diesen Aspekten ist es vor allem auch die Nachhaltigkeit der Produktion von den Bestandteilen der Mahlzeiten, die für die Konsumenten wichtig sind. Preise zwischen 2€ für einen Nudelteller oder dem aufwendigen und hochwertigem Gericht für 5€ sind weniger wichtiger für die eigene Kaufentscheidung. Es ist vor allem die Achtung vor der Natur und den Tieren, die verbessert werden soll. Neben dieser Nachhaltigkeit folgen die Regionalität und die bereits erwähnte Erhaltung der eigenen Gesundheit.

Dass die Konkurrenzsituation für die Mensen vergleichsweise groß ist, wird deutlich, wenn Sie sich vor Augen führen, dass Bistros, Bäckereien und kleiner Cafés um Kunden buhlen. Ganz zu schweigen von den Schnellimbissen, Dönerbuden und anderen gastronomischen Einrichtungen.

Gemeinschaftsverpflegung im Wettbewerb

Dabei hat die Mensa bei Studenten einen Identitätsverlust in den zurückliegenden Jahren erlitten. Sie stellt nicht länger einen Anker innerhalb der Tagesstruktur dar. Vielmehr essen die jungen Menschen inzwischen dort, wo Essen verfügbar ist. Zeit ist knapp, die Beschaffung der Mahlzeit muss so schnell und unkompliziert wie möglich sein. Der Stundenplan der Studenten erlaubt nicht immer, dass die nächstgelegene Mensa für das Mittagessen angesteuert wird.

Auch wenn in der unmittelbaren Umgebung einer Mensa kein derartiges Angebot verfügbar ist, gibt es natürlich immer noch den Lieferdienst. Mittels Smartphone kann das Essen bestellt werden, wenige Minuten später trifft es ein. In diesem Zusammenhang muss die Gemeinschaftsverpflegung sich als attraktives Modell präsentieren.

Das haben die Mensen verstanden. Inzwischen bieten auch diese ähnliche Angebote per Smartphone an. In Trier beispielsweise können sich Kunden den eigenen Burger vorher online zusammenstellen und dann zu einer vereinbarten Zeit fertig abholen. Time Management eben.