Frank Kilian ist ein Küchenchef, der nach Singapur ausgewandert ist. Lesen Sie in unserem aktuellen Beitrag mehr über seinen Weg.

Was hat dich dazu bewegt Koch zu werden?

Ich wollte schon immer reisen und als Koch ist es einfacher.

Zurück zur Zeit Deiner Ausbildung als Koch in Deutschland: Neben den Grundtechniken des Kochens, was sind die besonderen Fähigkeiten welche Du seinerzeit gelernt hast und von denen Du noch heute profitiertest?

Disziplin, Loyalität, Tradition.

In 2001 hast Du als Sous Chef in Schottland gearbeitet: welche Zutaten und Gerichte waren so interessant für Dich, dass Du sie noch heute mit in Deine Arbeit einfließen lässt?

Nichts wirklich ungewöhliches, viel Wild, ich liebe Schottland die Landschaft. Nur das Wetter hat mir etwas missfallen.

Später in London hast Du als Sous Chef im Michelin Star Restaurant Zafferano gearbeitet. Was hast Du aus dieser Zeit mitnehmen können, was Dich noch immer prägt?

Die Liebe für italienische Küche und die hohe Qualität der Produkte. Außerdem natürlich die Einfachheit des Kochen.

Von 2003 bis 2008 hat es Dich und Deine Arbeit nach Sidney verschlagen. Ist die Arbeit als Koch in Australien anders/ entspannter?

Kann ich nicht sagen, mit dem Pier Restaurant wurden wir immerhin das beste Seafood Restaurant. Wir haben insgesamt 3 Hauben erhalten. Aber es war keine leichte Arbeit. Die Qualität und die Arbeit im Pier war der Wahnsinn.

Welche Zutaten/ Gewürze kanntest Du vorher aus der australischen Küche noch nicht?

Sehr viele Meeresfrüchte und sehr viele einheimische Gewürze. Finger lime war beispielsweise eines dieser interessanten Früchte, die ich während der Arbeit kennengelernt habe.

In 2009 bist Du nach Singapur gegangen und hast als Chef De Cuisine im PONTINI, einem italienischen Fine Dining Restaurant gearbeitet. Hattest Du zuvor Erfahrungen mit der italienischen Küche?

Hier hab ich die Liebe für die italienische Küche entdeckt.

Seit nun fast 8 Jahren arbeitest du als Executive Chef im TOWER CLUB Singapur, einem Premier Private Business Club. Du servierst moderne European and Asian/European Küche. Wie läuft es für Dich?

Entspannt kann ich nicht sagen. Ich bin für zwei Restaurants zuständig, da gibt es immer ein Problemchen zu lösen. Letzten Monat war die Renovation von unserer Straits Bar fertig.

Ein deutscher Koch der unter anderem Europäische Küche anbietet: gibt es klassische Deutsche Rezepte, welche Du abgewandelt/ neuinterpretiert anbietest? Wechselt die Speisekarte in einem private business Club öfters als die in Restaurants?

Das Kalbsschnitzel findet immer einen Platz auf meiner Speisekarte oder als Special. Es gehört auch zu meiner Leibspeise, die alle meine Köche, die für mich gearbeitet haben, meisterhaft kochen können.

Gibt es kulinarische Wünsche Eurer Mitglieder die nur für sie erfüllt werden? Und wenn ja, ist als Koch die Sorge nicht groß, dass diese Wünsche zu ausgefallen oder speziell sind, da man sie selber noch nie gekocht hat?

Ist mir noch nicht vorgekommen, dass der Wunsch von Gästen nicht zu erfüllen war. Man versucht immer, die Wünsche der Gäste zu erfüllen.

Woher beziehst Du Deine Lebensmittel, von lokalen Lieferanten?

Ich versuche mehr und mehr von lokalen Produzenten zu beziehen. das meiste bekomme ich aber entweder aus Europa oder Australien.

Der Michelin zeichnete Mr Chan’s Hawker Street Food Place in China Town Singapore mit einen Stern aus. Hast Du sein signature soy chicken schon selber probiert?

Ich hab mir ein mal die Zeit genommen und mich angestellt, war lecker aber den Hype verstehe nicht wirklich.

Was ist der aktuelle Trend in Singapurs kulinarischer Welt der Köche?

Trend gibt es glaube ich wirklich keinen. Die Vielfalt an verschiedenen Esskulturen, die du in Singapur hast, ist schon erstaunlich und sehr interessant .

Welche Bedeutung hat der Michelin Star für Dich heute?

Tower Club ist ein Private Member Club und kann kein Michelin Stern erhalten. Das hat für mich keine große Rolle gespielt.

Wenn Du in Singapur Dein eigenes Restaurant eröffnen würdest, was wäre es für ein Restaurant?

Kommt nicht in Frage. Viel zu viel Konkurrenz und die Mieten sind zu teuer.