Foodtrucks – was ist das, mag sich vielleicht so mancher denken, der diesen Begriff zum ersten Mal hört. Der Begriff ist jedoch einfach erklärt: Es handelt sich um gastronomisch ausgestattete Trucks, die an verschiedenen Stationen ihre Gerichte an die Besucher verkaufen. Das Besondere daran: Jeder Foodtruck hat eine kleine, aber feine Auswahl an Speisen in seinem Angebot. Die Gerichte werden vor den Augen der Gäste direkt frisch zubereitet. Auch die internationale Küche kommt dabei nicht zu kurz. Denn die Foodtrucker stammen aus aller Herren Länder und bringen natürlich auch Köstlichkeiten aus ihrer Heimat nach Deutschland.

Woher kommen die Foodtrucks?

Die Idee zu Foodtrucks stammt aus den USA, genauer gesagt aus den Zeiten des Wilden Westens. Die Cowboys trieben damals riesige Herden von Rindern über tausende von Meilen. Oftmals ohne tagelang einen anderen Menschen zu sehen, geschweige denn, eine Ortschaft zu erreichen. Ihre Verpflegung mussten sie also vom Startpunkt des Trecks aus mitnehmen. Die Ernährung war also entsprechend einseitig. Schließlich konnten die Cowboys nur haltbare Lebensmittel mitnehmen, die auch unter den oft großen Temperaturunterschieden während des Trecks nicht litten. Zudem durften sie auch nicht zu viel Platz wegnehmen, weil die Cowboys in ihren Satteltaschen ja auch noch Decken und Ausrüstungsgegenstände transportieren mussten.

Die rettende Idee, wie die Cowboys besser verpflegt werden können, hatte anno 1866 Charles Goodnight: Ein Planwagen mit Koch sollte die Cowboys begleiten, damit diese rund um die Uhr versorgt werden konnten. Der Koch hatte aber nicht nur diese Aufgabe: Er war nämlich auch für die medizinische Versorgung der Cowboys zuständig.

Der Siegeszug der Foodtrucks in den Vereinigten Staaten

In New York hatten findige Geschäftsleute bereits zu Zeiten, als die Stadt noch Neu Amsterdam hieß, die Idee dazu an Ständen auf der Straße Essen zu verkaufen. Und auch die Studentenschaft entwickelte rasch eine Leidenschaft für mobiles Essen. Der erste Hot Dog-Anhänger war somit bereits 1894 auf den Straßen von New York unterwegs. In den folgenden Jahren erweiterten die mobilen Händler ihr Angebot um Eis, Sandwiches und Tacos. Die entsprechenden Stände waren vor allem im Umfeld der Universitäten zu finden.

Die ersten Foodtrucks in Deutschland

Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts existierten die Vorläufer der modernen Foodtrucks – nämlich die Feldküchen. Ein Apotheker hatte 1850 erstmals einen mobilen Herd für die Feldküche zum Patent angemeldet. Zum Einsatz kam dieser das erste Mal im deutsch-dänischen Krieg. Der Feldkochherd wurde in den beiden Weltkriegen fast liebevoll als Gulaschkanone bezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwanden die Foodtrucks aber weitgehend vom Straßenbild und aus der öffentlichen Wahrnehmung. Lediglich in den US-amerikanischen Kasernen auf deutschem Boden wurden sie noch weiter genutzt.

Ein Comeback dank Social Media

In Deutschland erlebten Foodtrucks 2008 ein Comeback. Massiv dazu beigetragen haben die verschiedenen Social Media-Kanäle, weil darüber zahlreiche Foodtruckfans zugleich angesprochen werden konnten. Den ersten Foodtruck startete 2010 das Catering-Unternehmen RibWich mit Sitz in Nürnberg. Es sollte nur wenige Jahre dauern, bis die Zahl der Foodtrucks kontinuierlich gestiegen war. Allerdings gibt es einen kleinen Unterschied zu den US-amerikanischen Foodtrucks: Während bei Letzteren billige Mahlzeiten im Vordergrund stehen, setzten die Betreiber der deutschen Foodtrucks auf möglichst hohe Qualitätsstandards. Sie setzten also vor allem auf exklusive Rezepte und regionale Produkte als Zutaten. Damit haben die deutschen Foodtruck-Betreiber genau den Zeitgeist getroffen. Immerhin achten die Verbraucher in Deutschland schon seit Jahren verstärkt auf eine bewusste Ernährung.

Der moderne Foodtruck

Im Grunde handelt es sich bei einem Foodtruck also um ein Restaurant auf Rädern, in welchem alle erdenklichen Gerichte angeboten werden können. Deshalb werden Foodtrucks mittlerweile von vielen Kunden auch für größere Veranstaltungen, Firmenfeiern und Hochzeiten angemietet. Sie zahlen dafür einen Festpreis oder die Bezahlung wird aus der Anzahl der Gäste errechnet. Wer einen Foodtruck buchen möchte, muss mit Kosten in Höhe von mindestens 500 Euro rechnen.

Der Foodtruck: Eine Basis für die Selbstständigkeit?

Binnen weniger Jahre ist die Zahl der Foodtrucks in Deutschland auf mehr als 1.100 Trucks angewachsen. Doch ein Ende dieses Trends ist noch lange nicht in Sicht. Für so manchen Hobbykoch oder Genießer ist es deshalb vielleiht auch die eine oder andere Überlegung wert, ob er sich mit seinem eigenen Foodtruck selbstständig machen könnte. Soll dieses Vorhaben nicht scheitern, muss es jedoch im Vorfeld gut überlegt und durchdacht sein. Die wichtigste Frage lautet am Anfang natürlich, ob er den Foodtruck nebenbei – also gewissermaßen als bezahltes Hobby – oder hauptberuflich betreiben möchte.

In diesem Fall muss der Interessent zunächst natürlich abklären, ob er ausreichend Kapital für den Truck und die Ausstattung zur Verfügung hat. Allerdings sollte die Finanzplanung nicht allzu sehr auf Kante genäht sein. Der Grund: Der angehende Foodtrucker braucht auch ausreichende Reserven. Schließlich ist sein Foodtruck noch nicht bekannt, er muss zusätzlich noch Geld in die Werbung investieren und in der Anfangsphase vielleicht auch noch einige Monate überbrücken und – zumindest teilweise – von seinen Reserven leben. Er sollte deshalb in jedem Fall einen gut durchdachten Businessplan samt Ertragsprognose aufstellen. Dieser könnte beispielsweise folgendermaßen aussehen:

  • Zunächst einmal sollte der angehende Foodtrucker seine Ideen und Wünsche in einer Kurzvorstellung des Unternehmens zusammenfassen. Darin stellt er heraus, was seinen Foodtruck zu etwas Besonderem macht. Das kann eine besondere Menüzusammenstellung ebenso sein, wie ein ganz besonderes Ambiente, das er in seinem Foodtruck schaffen möchte.
  • Im zweiten Schritt stellt er seine Produkte ausführlich vor. Dabei sollte er sich aber jederzeit die Frage stellen, warum sich die Kunden für seinen Foodtruck entscheiden sollen und nicht für den eines Konkurrenten.
  • Anschließend stellt er sich selbst vor und hält fest, welche Rolle er in seinem Unternehmen spielen möchte und wird.
  • Erst dann macht der angehende Unternehmer eine Markt- und Standortanalyse, um den passenden Standort für seinen Foodtruck zu finden.
  • Sobald diese Basis im Businessplan festgelegt ist, muss sich der angehende Unternehmer auch Gedanken um Vertrieb und Marketing machen. Dabei sollte er seinen Foodtruck als Marke betrachten, die es natürlich auch bekannt zu machen gilt.
  • Keinesfalls dürfen im Businessplan juristische Fragen fehlen. Denn bevor der frischgebackene Unternehmer mit seinem Foodtruck starten kann, stehen zunächst einige Behördengänge an. Auch mit steuerlichen Fragen und den entsprechenden Hygieneverordnungen muss er sich als Besitzer eines mobilen Gastronomiebetriebes auseinander setzen.
  • Schließlich folgt eine – zumindest grobe – Kalkulation. Der Gründer muss sich Gedanken über den zu erwartenden Umsatz machen. In dieser Frage sollte er nicht zu optimistisch sein, weil er von seinem Konzept überzeugt ist, sondern eher vorsichtig kalkulieren. Und nicht zuletzt muss der Kapitalbedarf ermittelt werden.
  • Eine Risikobewertung und eine alternative Bewertung runden den Businessplan gelungen ab. Der Gründer sollte sich hier auch darüber Gedanken machen, welche Alternativen er hat, falls er mit seinem Vorhaben scheitert.

Der Businessplan für den Foodtruck ist umso wichtiger, wenn der Betreiber für den Start Fremdkapital benötigt. Weil er der finanzierenden Bank lediglich den Foodtruck als Sicherheit bieten kann, muss das gastronomische Konzept besonders überzeugend sein.

Die Wahl des wichtigen Trucks

Natürlich sollte der Foodtruck ein ansprechendes Äußeres besitzen, das den Kunden Lust auf einen Besuch macht. Viel wichtiger für den Betreiber ist jedoch das Innenleben des Foodtrucks. Er muss sich deshalb vor dem Kauf einige wichtige Fragen stellen, um auch wirklich das richtige Modell zu finden. Schließlich ist der Truck ja gewissermaßen das Herzstück seines Unternehmens. Das sind die wichtigsten Fragen:

  • Ist im Truck ausreichend Platz für das Team vorhanden?
  • Ist das Fahrerhaus so bequem ausgestattet, dass auch längere Strecken kein Problem für den Fahrer darstellen?
  • Reicht die Beleuchtung aus, damit auch in den Abendstunden oder nachts effektiv gearbeitet werden kann?
  • Wie ist es um die Stromversorgung bestellt?
  • Wie ist die Abluft geregelt?

Das wichtigste: Die Werbung

Vor allem, wenn der Foodtruck regelmäßig an fixen Standorten steht, ist die richtige Werbung das A und O. Es reicht aber bei weitem nicht aus, die Standorte und Routen auf der eigenen Homepage und auf Facebook zu veröffentlichen. Vor allem an neuen Standorten sind Leseraktionen und gegebenenfalls auch Anzeigenschaltungen in den örtlichen Medien notwendig. Nur so lassen sich der eigene Foodtruck bekannt machen und ausreichend Kunden ansprechen. Wenn das kulinarische Angebot stimmt, kommt später sicher auch noch die Mund-zu-Mund-Propaganda als Werbeträger hinzu. Aber auch die zufriedenen Stammkunden müssen natürlich wissen, wann der Foodtruck wo steht.

Die Speisekarte

Auf den ersten Blick erscheint es einfach, eine leckere Speisekarte für den Foodtruck zu entwerfen. Doch auch dahinter steckt um einiges mehr an Arbeit. Es gibt allerdings einige Kriterien, an die sich ein Foodtruck-Betreiber halten kann.

So sollte er sich nicht ausschließlich auf die bei den Kunden beliebtesten Gerichte oder solche, durch welche er sich abheben kann, konzentrieren. Mindestens genauso wichtig ist die Frage, was er gut zubereiten kann und welche Lebensmittel im Foodtruck einfach aufbewahrt und transportiert werden können. Es lohnt sich also durchaus, vor dem Zusammenstellen der Speisekarte einen genauen Blick auf das Sortiment der umliegenden Großhändler zu werfen. Denn die exklusivsten Gerichte nutzen nichts, wenn die Zutaten dafür in der jeweiligen Region nur schwer zu bekommen sind. Natürlich empfiehlt es sich, auch Gerichte anzubieten, die es bei der Konkurrenz nicht gibt.

Sobald die Speisekarte festgelegt ist, empfiehlt sich außerdem ein Probekochen für die Familie und den Freundeskreis. Gerichte, die kritisiert werden, können dann noch problemlos gestrichen oder optimiert werden. Denn zufriedene Kunden besuchen den Foodtruck anschließend sicher immer wieder gerne – Hauptsache, es hat ihnen geschmeckt.