Die Idee für die App FairMeals entstand bereits im Mai 2015. Während seiner Studien in verschiedenen Ländern, entdeckte Gründer Dr. Christian Wimmler, was mit dem übrig gebliebenen Essen in Restaurants, Bäckereien und Einkaufsmärkten passiert, wenn es bis zum Ende des Geschäftstages nicht verkauft wurde: Es landet in den meisten Fällen im Müll. Dabei wollte er nicht länger tatenlos zusehen.

Um Lebensmittelverschwendung etwas entgegen zu setzen, machte er sich Ende 2017 mit einem kleinen deutsch-portugiesischen Team mit derzeit 7 Mitarbeitern an die Entwicklung einer passenden Online-Plattform.

 

Android-Version im Google Play Store verfügbar.

 

Was steckt hinter FairMeals und wie entstand die Idee?

Kunden können über die Plattform FairMeals überschüssiges Essen aus Gastronomie-Betrieben zu reduzierten Preisen erwerben und helfen dadurch, Essensabfälle zu minimieren. Mit einem Teil der Einnahmen werden sogar gemeinnützige Projekte unterstützt.

Seit Kurzem können Verbraucher angebotene Speisen auch mittels einer neuen Android-App retten. Für die Partnerbetriebe wird eine App ebenfalls bald verfügbar sein.

 

Was sind die Vorteile für Gastronomen?

FairMeals ermöglicht Gastronomen und anderen Lebensmittelhändlern Speisen, die „fehlkalkuliert“ wurden, Verbrauchern anzubieten und somit vor der Tonne zu retten. Dabei kann der Anbieter selbst bestimmen, was er wann und zu welchem Preis verkauft.

So reduziert er seine Abfallkosten. Bereits abgeschriebene Speisen können zusätzlich verkauft werden. Beide Faktoren erhöhen den Umsatz spürbar. Gleichzeitig leistet der Gastronom einen wichtigen Beitrag für die Umwelt, was umweltbewussten Kunden bei der Auswahl ihres Restaurants immer wichtiger wird.

Das Einsparpotential ist enorm. Erhebungen besagen, dass Betriebe im Durchschnitt 9.600 Euro pro Jahr verlieren, weil sie perfekt genießbare Speisen wegwerfen. FairMeals hilft dabei, dass dieses Geld zurück in die Taschen der Gastronomen fließt und Essen wieder eine höhere Wertschätzung erfährt.

 

 

Win-Win-Situation auch für Verbraucher

Der Verbraucher freut sich über preiswerte, qualitativ hochwertige und immer wieder neue Geschmackserlebnisse, ganz ohne zusätzlichen Aufwand. So hilft die Lokalisierungsfunktion der App dem Nutzer nach einem langen Studien- oder Arbeitstag in seiner Nähe schnell ein schmackhaftes Essen zu retten.

 

Lokal und sozial

Als soziales Unternehmen will FairMeals jedoch nicht nur ein Zeichen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln setzen. Als dritten Schwerpunkt unterstützt FairMeals soziale Projekte, die Menschen in Notsituationen helfen. So wird mit einer Mahlzeit dreimal etwas Gutes getan.

 

Welches Projekt hat FairMeals ausgewählt?

Als erstes Unterstützungsprojekt hat sich FairMeals den „Freundesgeburtstag“ des Vereins Pavillon der Hoffnung ausgewählt. Der Verein möchte wohnungslosen oder sozial ausgegrenzten Menschen einmal pro Monat mit einer groß angelegten Geburtstagsfeier für 100-150 Teilnehmer Anerkennung vermitteln. Das Essen bildet zwar den Rahmen der Veranstaltung, im Mittelpunkt steht jedoch der Mensch, der gefeiert wird und so Wertschätzung erfährt.

 

War das der Grund für den Standort Leipzig?

Christian Wimmler hat seine Wurzeln in der Region. Außerdem bietet sich die Messestadt mit seinen zahlreichen Studenten und einer vitalen Öko-Community als idealer Ausgangsort an. Doch weitere Orte sollen so schnell wie möglich folgen.

 

Lebensmittelverschwendung. Was bedeutet das? Wieso ist es wichtig, dagegen vorzugehen?

Etwa ⅓ aller Lebensmittel in Deutschland werden verschwendet. Das macht umgerechnet 82 kg pro Jahr und Kopf. Anders gesagt: Jeder Deutsche wirft über 50 Euro pro Monat in den Müll!

Laut WWF bewirtschaften wir für überschüssig produziertes Essen in Deutschland allein 2,6 Mio. ha Land. Dafür werden 48 Mio. Tonnen Treibhausgase pro Jahr umsonst ausgestoßen. Und das sind nur einige Gründe.

 

Welche Ursachen siehst Du dafür, dass Lebensmittel weggeschmissen werden? Was kann der Einzelne tun?

Uns fehlt oft das Bewusstsein für die Menge an Lebensmitteln, die wir in den Müll werfen. Das beginnt bei der Banane mit den braunen Punkten, über den Joghurt, der heute abläuft, bis zum Mittagessen von vorgestern. Solche Lebensmittel sind perfekt genießbar, landen aber aus ästhetischen Gründen oder Unwissenheit oft im Müll.

Wir versuchen innerhalb unserer Community dafür ein Bewusstsein zu schaffen und zu ermutigen, in allen Lebensbereichen nachhaltiger zu agieren. Daher geben wir auf unseren Social-Media-Plattformen häufig entsprechende Tipps. Eine gesellschaftliche Veränderung kann jedoch nur gelingen, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen. Deshalb möchten wir Gastronomen mit ins Boot holen.

 

Welchen Anteil hat die Gastronomie an Lebensmittelverschwendung?

Die Gastronomie liegt zusammen mit dem Groß- und Einzelhandel bei 19% und damit im Mittelfeld der Verschwendergruppen. Vor ihnen liegen die Haushalte mit 42% und die Produktion mit 39% aller verschwendeten Lebensmittel.

Gründe für Verschwendung in der Gastronomie und im Groß- und Einzelhandel sind häufig Fehlkalkulationen im erwarteten Kundenstrom oder im Einkauf. Aber auch zu große Essensportionen, bei denen Reste übrig bleiben und im Müll landen, tragen dazu bei.

Viele in Supermärkten befindliche Bäckereiketten haben seitens ihrer Vermieter die Auflage, alle Regale bis zur Schließzeit gefüllt zu halten. So müssen sie zum Tagesende jede Menge an leckeren Spezialitäten wegwerfen, obwohl sie noch in perfektem Zustand sind.

Das müsste nicht sein, wenn Angestellte Reste mitnehmen dürften oder Überschüsse kurz vor Ladenschluss günstiger an Kunden verkauft werden würden, wie zum Beispiel über die FairMeals-Plattform.

 

 

Wie nimmt man teil? Wie funktioniert es?

Gastronomen wie Verbraucher richten sich ein kostenloses Konto ein. Im Anschluss daran können sie ihr Menü hochladen und Fotos der Gerichte hinterlegen. Sobald sie wissen, welche der Speisen überschüssig sein wird, können sie diese in wenigen Sekunden auswählen, das Zeitfenster zum Abholen der Speise und den gewünschten Rabatt einstellen.

Wir unterstützen die Gastronomen in der Anfangsphase gerne mit Know-How und kommunizieren ihre Angebote auch auf unseren Social-Media-Plattformen. Die einzigen Kosten, die ein Gastronomie-Partner trägt, ist eine Provision pro verkauftem Essen. So können wir die Instandhaltung der Plattform und ihre stetige Weiterentwicklung gewährleisten, was unseren Partnern zugute kommt.

Die Abholung und Abrechnung der Speise erfolgt direkt im Betrieb, sodass zusätzliche Erträge sofort nutzbar sind. Außerdem unterstützen wir die Betriebe mit unseren internen Analysetools bei der Optimierung ihrer Speise-und Gästeplanung. Damit wollen wir dabei helfen, dass künftig weniger Überschüsse entstehen.

Weiterhin ermutigen wir unsere Community, ihre eigenen Gefäße für die Essensabholung zu nutzen und auch hier den Nachhaltigkeitsgedanken konsequent zu Ende zu denken, was wiederum Verpackungsmüll und Kosten reduziert.

 

Wo wird bereits gerettet? Wo soll noch gerettet werden?

Aktuell sind wir in unserer Testphase in Leipzig und Porto (Portugal) mit derzeit jeweils ca. 10 Partnern aktiv. Wir wollen so schnell wie möglich in den weiteren Städten Sachsens Partner finden, um im Anschluss daran auch in allen anderen deutschen und portugiesischen Großstädten Menschen das Essenretten zu ermöglichen.

Eine Übersicht unserer aktuellen Leipziger Partner findet sich hier.

 

Marco Schnell, Marketing und Communications Manager Deutschland ermutigt Gastronomie-Betriebe:

„Manche Gastronomen schätzen ihren Überschuss als zu unbedeutend ein. Welchen Unterschied machen schon 2-3 überschüssige Mahlzeiten pro Tag? Wir wollen genau diese Partner. Denn 3 Essen pro Tag werden schnell zu mehr als 1.000 pro Jahr, was eine spürbare Menge für die Umwelt und die eigene Kasse ist. Also: Keine Menge ist zu klein, als dass sie nicht gerettet werden sollte. Jedes überschüssige Essen kann zu einem Leckerbissen mit gutem Gewissen werden.“

 

Hier kannst Du mehr darüber erfahren, wie Du mit Deinem Betrieb Teil der FairMeals-Community werden kannst.