Im Sommer 2016 entschlossen sich 15 Hoteliers, den Verein Fair Job Hotels e.V. ins Leben zu rufen. Nach ihrer Überzeugung ist vor allem ein gutes Arbeitsklima, geprägt von einem offenen, fairen und zeitgemäßen Führungsstil, die Grundlage für den langfristigen Erfolg eines Hotelbetriebes. Die Gründung des Verbundes kam gerade zur rechten Zeit. Zahlreichen Hoteliers sprachen die Ziele des Vereins aus dem Herzen und mittlerweile ist der Zusammenschluss Sprachrohr von rund 81 Hotels und zehn Industriepartnern – Tendenz stetig steigend. Dabei sind namhafte Hotels wie ‚Das Kranzbach‘, Brenners Park-Hotel und Spa oder Schloss Elmau.

 

Die Initiative lädt jeden Betrieb der Branche, der sich auf verbindliche Werte und einen fairen Umgang mit Mitarbeitern festgelegt hat, ein, als Partner an der Schaffung einer gemeinsamen frischen, offenen und transparenten Employer-Brand mitzuarbeiten. Der freiwillige Zusammenschluss ist für Betriebe aller Kategorien zugänglich, immer vorausgesetzt, sie teilen und leben den gemeinsamen Wertekanon und engagieren sich entsprechend. Je mehr Partner sich bei Fair Job Hotels e.V. engagieren, desto mehr wird eine faire Unternehmensführung in der Branche verankert und desto attraktiver wird sie.

 

Die Aufgabenliste ist lang: Eines der gravierendsten Probleme in der Hotellerie ist neben dem eklatanten Fachkräftemangel der stetige Rückgang der Anzahl der Arbeitnehmer und Auszubildenden. Auch das Recruiting ist schwierig: Unter den am Schwierigsten zu besetzenden Stellen in Deutschland liegt das Gastgewerbe unter den ersten zehn. Das liegt unter anderem am negativen Branchenimage, dem unzureichenden Employer-Branding, unterschiedlichen Unternehmensphilosophien in der Branche sowie einer schlechten Kommunikation.

 

 

Dazu soll der freiwillige Zusammenschluss von namhaften Arbeitgebern, die verbindliche Werte für einen fairen Umgang mit Mitarbeitern (sog. „FAIRsprechen“) in die Tat umsetzen, mit entsprechender Strahlkraft nach innen und außen wirken und damit die Branche insgesamt als Arbeitgeber wieder attraktiv machen. Bessere Arbeitsbedingungen durch selbstauferlegte, faire Unternehmensführung in allen Bereichen und zwar weit über das gesetzliche Mindestmaß hinaus – dies ist ein weiteres, wichtiges Etappenziel. „Die Arbeitsbedingungen in unserer Branche müssen fair gestaltet sein: Dazu gehört ein gutes, professionelles Miteinander, Eigenverantwortung sowie die Karriereförderung. Eine angemessene Entlohnung ist dabei selbstverständlich,“ meint Ingo C. Peters, Hoteldirektor des Fairmont Vier Jahreszeiten in Hamburg.

 

Fair Job Hotels – verbindliche Werte und ein fairer Umgang

 

„Unsere Mitarbeiter sind unser ganzer Stolz und erweiterter Teil der Familie. Herzliche und faire Führung und die individuelle Förderung der Talente und Leidenschaften sind für uns daher selbstverständlich“, sagt Dr. Caroline von Kretschmann, Geschäftsführerin Europäischer Hof Heidelberg.

 

Auch Alexander Aisenbrey, Geschäftsführer des Öschberghof in Donaueschingen und 1. Vorsitzender von Fair Job Hotels e.V. schließt sich dem an: „Fairness ist für uns selbstverständlich. Alle werden stets mit Respekt und Würde behandelt.“

 

Zudem wird die Schaffung einer gemeinsamen, frischen, offenen und transparenten Employer-Brand mit einem einheitlichen Werte-Kanon angestrebt. Dabei sind die Herausforderungen für die Hotellerie vielfältig: Bestehenden Mitarbeiter müssen gehalten, Neu-, Quer- und Umsteiger für das Gastgewerbe gewonnen und die Attraktivität der Branche für die neue Generation von Arbeitnehmern deutlich gesteigert werden. „Ich arbeite in einem Fair Job Hotel, weil hier offen mit den Mitarbeitern umgegangen wird,“ betont Felix Mundt, Junior Sous Chef im A-ROSA Travemünde und sein Direktor Thomas Lenz ergänzt: „Gemeinsam, zusammen im Team zu arbeiten, heißt auf Augenhöhe fair und gut miteinander umgehen. Beachtet man dies täglich und hinterfragt regelmäßig sein Handeln, dann ist dies ein wichtiger Baustein zum Erfolg.“

 

Eine aktive Mitgliedschaft bei Fair Job Hotels e.V. hat sich für die Rekrutierung von Mitarbeitern inzwischen bewährt: Mitgliedshotels werden im Vergleich zu anderen Stellenanbietern von den Bewerbungskandidaten in der Regel bevorzugt. „Wir haben alle freien Positionen inklusive der sechs Auszubildenden innerhalb kürzester Zeit besetzen können und derzeit für 2018 und 2019 bereits einen Einstellungsstopp“, berichtet Marcus Fränkle, Geschäftsführer des Hotels ‚Der Blauen Reiter‘ in Durlach. „Besser kann es auch für uns nicht laufen“.

 

Damit keine Missverständnisse entstehen: Fair Job Hotels ist kein Prüfsiegel; die Mitglieder des Vereins verpflichten sich freiwillig dem „FAIRsprechen“. Es gibt kein Zertifikat; faire Unternehmensführung ist eine Überzeugung und keine zu prüfende Auflage. Es gibt keine Mystery Checks oder Bewertungen; der Zusammenschluss basiert auf Vertrauen und einem fairen Miteinander. Nur so kann gemeinsam etwas bewegt werden. Auch ist der Verein kein Kontrollorgan; dies ist nicht notwendig – die Mitarbeiter sind das strengste Kontrollorgan, das es gibt.

 

 

Seinem Ziel, der Branche ein besseres Image zu geben, rückt der Verein mit konkreten Maßnahmen näher: Am 1. März startete der Verein eine breit angelegte Werbekampagne mit bekannten Testimonials. Als ersten überzeugenden Fürsprecher konnte kein geringerer als Udo Lindenberg gewonnen werden.

 

 

Im Juli folgte ein echter Branchenkenner als Fürsprecher: der Gastrophilosoph, Sternekoch, TV-Ernährungsexperte und glühender Verfechter für grundlegende Veränderungen in der Branche – Christian Rach. Schon seit Jahren geht er mit den zum Teil unhaltbaren Zuständen in der Gastronomie und Hotellerie hart ins Gericht. Hier sind nicht nur die Unternehmer angesprochen, seine Forderungen richten sich auch an Politik, Verbände und Interessengemeinschaften.

 

Das Anliegen des Vereins, die Branche nachhaltig von innen heraus zu verändern und ein starkes positives Employer Branding zu schaffen, spricht Rach aus der Seele und deshalb war er auch sofort zur Unterstützung der Kampagne bereit. Schöner Nebeneffekt: Durch seine Vielseitigkeit spricht Rach nicht nur Kollegen und Hoteliers an, er ist auch bei potentiellem Nachwuchs bekannt und kann diesen hervorragend motivieren. Kein Wunder also, dass die neue Kampagne aus zwei Teilen besteht: Der eine Trailer richtet sich an die Branche und der andere soll potentielle Mitarbeiter ansprechen.

 

Eine weitere Neuerung ist die Einrichtung eines „FAIRtrauensteams“, welches allen Mitarbeitern der Fair Job Hotels im Falle von Unstimmigkeiten im Betrieb als neutrale Anlauf- und Beratungsstelle kostenlos zur Verfügung steht, um etwaige Konflikte unbürokratisch und schnell zu lösen. Dieses Team fungiert aber auch gleichzeitig als neutraler Beobachter, der im Falle von etwaigen Verstößen gegen die zehn „FAIRsprechen“ seitens eines Betriebes die Gründungsmitglieder des Vereins jederzeit informieren kann. Bernhard Patter, der zusammen mit seiner Kollegin Evi Schneider dieses Team bildet, ist mit seinem Unternehmen diavendo seit Jahren als Trainer und Coach fest in der Hotelbranche verankert.

 

Damit sich in absehbarer Zeit etwas ändert, braucht es Viele und deshalb ist jeder faire Arbeitgeber, der innovativ, lern- und kritikfähig ist, für den Transparenz selbstverständlich ist, der seinen Personalmangel verringern und nur die besten Mitarbeiter beschäftigen möchte, als Partner herzlich willkommen.

 

Gründungsmitglieder:

Vorsitzender Alexander Aisenbrey (Geschäftsführer ‚Der Öschberghof‘, Donaueschingen), Marc Ciunis (Geschäftsführer „TORTUE HAMBURG“, Hamburg), Tom Cudok (Geschäftsführender Direktor ‚Hotel Esplanade Resort & Spa‘, Bad Saarow), Jost Deitmar (Hotelier inHamburg), Wolfgang M. Greiner (GM ‚Mandarin Oriental Munich‘), Cyrus Heydarian (Regional Vice President & GM ‚Breidenbacher Hof‘, Düsseldorf), Jan Kappler (Geschäftsleitung ‚Hotel Traube Tonbach‘, Baiersbronn), Thomas Karsch (Geschäftsführer & Chefredakteur TOPhotel, Freizeit-Verlag Landsberg), Kai Kraag (Nationaler Key Account Manager Hotellerie Nestlé Waters Deutschland GmbH), Dr. Caroline von Kretschmann (Geschäftsführende Gesellschafterin ‚Der Europäische Hof‘, Heidelberg), Thomas Lenz (Direktor ‚A-Rosa‘,Travemünde), Peter Messner (Direktor ‚Steigenberger Hotel – Der Sonnenhof‘, Bad Wörrishofen), Ingo C. Peters (GM & Regional Vice President ‚Fairmont Vier Jahreszeiten‘, Hamburg), Eduard M. Singer (Generaldirektor ‚Grandhotel Hessischer Hof‘, Frankfurt/Main), Karsten Wierig (Direktor „Strand Resort Markgrafenheide“, Markgrafenheide).

 

Die zehn Gebote

  1. Wir verstehen uns als faire Arbeitgeber: Einhaltung von Gesetzen, offener Umgang mit den Mitarbeitern, kritikfähig.
  2. Wir arbeiten stetig daran, die Bedingungen für unsere Mitarbeiter zu verbessern. Arbeits­material und Arbeitsbe­dingungen werden regelmäßig überprüft. Arbeitsabläufe werden kontinuierlich verbessert. Arbeitssicherheit ist eine Selbstverständlichkeit.
  3. Wir gewährleisten eine faire Bezahlung. Mindestlohn und Einhaltung von Tarifabschlüssen sind eine Selbst­verständlichkeit.
  4. Wir realisieren faire ­Arbeitszeiten. Zeiterfassung und die Einhaltung der gesetzlichen ­Forderungen daran sind ein Muss.
  5. Wir fördern Mitarbeiter entsprechend ihrer individuellen Potenziale. Schulungen, Teilnahme an Wettbewerben, Fördergespräche, Stärken stärken, Schwächen schwächen.
  6. Wir sind für alle offen.
  7. Wir schenken Vertrauen und erwarten Selbst­verantwortung. Jeder Mitarbeiter ist persönlich für die Einhaltung von Recht und Gesetz in seinem Zuständigkeitsbereich verantwortlich. Er trägt mit seinem Auftreten, Handeln und Verhalten wesentlich zum Ansehen des Hotels bei.
  8. Wir fördern und fordern Talente. Wir schreiben Karrieregeschichten.
  9. Wir bieten für viele Lebensmodelle die passenden beruflichen Herausforderungen. Geringfügig beschäftigt, Teilzeit, Vollzeit, morgens, mittags, abends oder Homeoffice – wir finden für Jeden eine Aufgabe.
  10. Wir verstehen Fairness als Selbstverständlichkeit.