Ursprünglich fassten drei Herren im Frühjahr 2003 den Beschluss, das ehemalige Weingut Hermannsberg in Radebeul unter dem Namen DREI HERREN wieder aufzubauen. Heute sorgen dort im Weinrestaurant die handgelesenen Weine im Zusammenspiel mit ambitionierter, saisonal betonter Frischküche für Genussmomente. Wir sprachen mit dem heutigen Inhaber, Prof. Dr. Rainer Beck ,über den Anbau der qualitätsprämierten Weine, den Zusammenhang von Wein und Kunst und die Frage: Wein zum Essen oder Essen zum Wein.

 

Fotos © dreiherren.de

 

Hallo Prof. Dr. Beck, das Weingut Drei Herren gehört zu den Spitzenweingütern Sachsen. Was zeichnet es aus? Was sorgt für die prämierte Qualität der Weine?

Was uns unverwechselbar macht, ist das einmalige Ambiente von Wein und Kunst, ein Zusammenklang aus Tradition, Moderne und Genuss. Die Qualität unserer Weine beruht zum einen auf der Lage der Weinberge. Mit dem Radebeuler Hermannsberg und dem Sörnewitzer Boselberg, dem alten Weinberg der Ritter zu Taubenheim, besitzt das Weingut zwei absolute Spitzen-Steillagen.

Zum zweiten bauen wir unsere ausschließlich handgelesenen Weine konsequent nach dem Prinzip des „kontrollierten Nichtstuns“ aus. Das bedeutet schonendste Kellerbehandlung: Keine manipulativen Eingriffe, kein vorzeitiges Trinkfertig-Machen, stattdessen aufmerksame Beobachtung und Begleitung und ein Sich-Üben in Geduld, das den Weinen die notwendige Zeit zur Reife zugesteht. Heraus kommt der typische DREI HERREN-Geschmacksdreiklang:

Spritzig, feinfruchtig, mineralisch.

 

„Wein und Kunst genießen …“  –  so die Philosophie von DREI HERREN. Welche Überzeugung steckt dahinter? Was darf man darunter verstehen?

DREI HERREN versteht sich als Wein- und Kunstgut. Es wird getragen von der Überzeugung, dass gute Weine wie auch gute bildnerische Werke hohe Kunst darstellen und unsere Sinnlichkeit in besonderer Weise ansprechen. Sie in entsprechendem Rahmen gemeinsam zu genießen, auch zu diskutieren, empfinden wir als ein großes kulturelles Geschenk.

 

 

2014 kam es zur Neueröffnung des Weinrestaurants Drei Herren. Was erwarten einen jeden Gast? Worauf darf er sich freuen?

In unserem Weinrestaurant erwartet unsere Gäste eine ambitionierte, saisonal betonte Frischküche mit Produkten vorwiegend regionaler Erzeuger, die uns persönlich bekannt sind. Ein engagiertes und kompetentes Team umsorgt sie. Persönliche Wünsche werden, soweit irgend möglich, berücksichtigt.

 

Gäste schätzen zudem die Gemütlichkeit und das gelungene Ambiente Ihres Weinrestaurants. Schmeckt der Wein besser, wenn man sich wohlfühlt?

Die Atmosphäre unserer Gasträume wird bestimmt durch einen Mix von altem Gemäuer aus der Zeit des Rokokos, hochwertiger zeitgenössischer Kunst und originalem Mobiliar von zum Teil musealem Niveau, darunter beispielsweise vier Stuhl-Prototypen von Richard Riemerschmid, um die sich jedes Design-Museum reißen würde.

Alles zusammen ergibt ein Ambiente von qualitativ hoher Identität, eine Unverwechselbarkeit, die von unseren Stammgästen mehr und mehr als „gastronomische Heimat“ empfunden wird. Da schmeckt dann auch der Wein noch besser.

 

 

Wie gelingt die Harmonie zwischen Küche und Wein? Was ist zu beachten, damit die Weine und das Essen im Einklang sind und der volle Geschmack sich entwickeln kann?

Die Kocharomen müssen sich mit jenen des Weins zu einem gemeinsamen Strauß fügen, sich gegenseitig steigern und ergänzen. Holzhammer-Würzerei, die jeden feingliedrigen Wein geschmacklich totschlägt, ist nicht angesagt. Die Beschaffenheit der Trägerstoffe muss dabei immer im Auge behalten werden.

 

Koch im Weinrestaurant Sebastian Matzel steht stets vor der Aufgabe neue Gerichte zu schaffen. Was sind die letzten Kreationen? Worauf legt er viel Wert?

Sebastian Matzel ist ein ausnehmend schöpferischer Koch, der es versteht, regionale und klassische Traditionen mit der modernen Gourmet-Küche in perfekte Balance zu bringen. Zu seinem Kochstil passt der Begriff „harmonischer Aromen-Reichtum“.

Seine letzten Kreationen sind zum Beispiel: Rostbrätl „DREI HERREN“ (mariniert in Riesling und Muskateller) mit lauwarmem Kürbis-Kartoffelsalat, Weinschaum-Eis vom Riesling mit hauseigener Schokoladentorte oder, etwas exotischer, eine Whisky-Maisschaumsuppe mit karamellisierter Erdnussbutter.

 

Können Sie ein gelungenes Zusammenspiel, eine Kreation Wein-Essen mit uns teilen?

Ja, zum Beispiel eine Riesling-Dreierprobe, dazu Variationen von weißem Geflügel.

 

Im November zaubert mit Mario Pattis ein Dresdner Spitzenkoch und Verfechter der kreativ-zeitgenössischen Gourmetküche ein Menü. Ein Kaminabend, den man nicht verpassen sollte?

Mit Mario Pattis gibt uns der Patriarch der Dresdner Spitzenköche die Ehre. Legendär ist sein sorgsam gehütetes Archiv historischer Rezepte und Galamenüs, auf das er gerne zurückgreift. Dies jedoch nicht als blutleerer Traditionalist, sondern als leidenschaftlicher Verfechter einer kreativ-zeitgenössischen Gourmet-Küche. Seine Menüs: ein Traum. Dazu unsere Spitzenweine: Mit Sicherheit ein kulinarisches Erlebnis der besonderen Art.

 

 

Wie wird gewählt? Der Wein zum Gericht oder doch lieber das Gericht zum Wein? Wie werden genussreiche Momente garantiert?

Ob Wein zum Essen oder Essen zum Wein, hängt davon ab, wem man Priorität einräumt. Will ich unbedingt die legendäre Scheurebe von DREI HERREN verkosten, werde ich mir dazu das passende Gericht aussuchen. Will ich Sebastian Matzels Whisky-Maisschaumsuppe probieren, werde ich höchstwahrscheinlich als Wein auf den Blanc de Noir oder die Solaris von DREI HERREN zurückgreifen. In jedem Fall nach unserer Überzeugung: Genuss pur. Grundsätzlich jedoch kann man Genuss nicht garantieren, weil Genussmomente immer eine Angelegenheit des persönlichen Geschmacks und der persönlichen Empfindung sind.

 

Vielen Dank, Herr Prof. Dr. Beck! Mögen Ihre Weine noch zu vielen Genussmomente beitragen.