Christoph Koscielniak leitet seine eigene Firma Cookserv Foodevents. Im Interview stellen wir ihn und sein Unternehmen vor.

 

Kannst du dich noch an den Tage erinnern, wo für die dich die Entscheidung fiel Koch zu werden?

Ich wollte was besonderes machen, etwas was nicht langweilig und monoton ist sondern kreativ und spannend ist.

 

Zurück zur Zeit deiner Ausbildung als Koch, an welcher Kochschule hast du gelernt, und was waren deine besten Erinnerungen/ Erkenntnisse aus dieser Zeit (beruflich und fachlich)?

Ich habe in Düsseldorf die Berufsschule besucht und die Lehre bei Brauerei Schumacher in der Düsseldorfer Altstadt absolviert. Dies war eine sehr gute Lehrzeit, da bei uns keinerlei Fertigprodukte gab und alles frisch, täglich zubereitet werden musste. Von Kartoffel, Gemüse Schlachtfleisch Geflügel und Fisch zur zerlegen und zu verarbeiten. Sehr großes Gästeaufkommen und viele Veranstaltungen haben mich sehr früh gelehrt umsichtig, verantwortungsvoll, schnell, kreativ und perfektionistisch zu arbeiten.

 

In Bad Kreuznach hast du deinen Küchenmeister absolviert. Was war dein Meisterstück?

Ich habe bei meinem Meistermenü zum Hauptgang eine CHARTREUSE von der Ente und Baumkuchen zum Dessert.

 

Christoph Koscielniak und sein Meisterstück

 

Mit deiner eigenen Firma COOKSERV FOODEVENTS bietest du Catering, Kochseminare, Küchenpartys, Produktentwicklung und Foodstyling an. Wie bist du auf die Idee gekommen dich selbstständig zu machen?

Vor dieser Zeit habe ich bereits einige Jahre Kochseminare bei einer Kochschule in Düsseldorf als Nebenjob gegeben. Die Zufriedenheit der Gäste/Teilnehmer und der Drang nach eigenen Laden hat mich dazu bewegt dieses in Eigenregie zu verwirklichen. Gepaart mit Catering und Foodstyling begann ich dann 2009 mit eigenen Geschäft in einer von mir umgebauten Metzgerei in Neuss.

Von all den Angeboten, was ist deine Lieblingsdisziplin?

 

Das direkte arbeiten am Gast, das Livecooking, die frischen Produkte auf dem Punkt zu bereiten. So bekommt man sofort ein Feedback für das geleistete. Einen Schritt den du jemals bereut hast?

Ich würde jederzeit dies wieder so machen!

 

Deine Location, die alte Fleischerei ist großartig. Wie bist du an diese Location gekommen?

Die Metzgerei stand leer und ich suchte eine Location die mit Lebensmitteln zutun hat und authentisch wirkte.

Zudem konnte ich in der Wurstküche mein Catering machen und im Verkaufsraum die Lehrküche aufbauen. Was mich natürlich auch begeistert hat die Metzgerei beherbergte auch eine große Räucherkammer, wo man tolle Fleisch- und Fisch-Waren räuchern konnte.

Inzwischen habe ich in Kaarst eine frühere Pizzeria erworben und habe diese entsprechend zu einem kulinarischen Treffpunkt umgebaut, wo ich Kochevents, Kochseminare, Küchenpartys und Catering ausübe. Für Foodfotografie werden meine Räumlichkeiten ebenfalls sehr gerne angemietet.

 

Neben den klassischen, bietest du auch Kochkurse zu angesagtesten Kochtechniken an. Kannst du uns hierfür ein paar Beispiele nennen?

Räuchern/BBQ oder Sous vide garverfahren, Fermentation sind die angesagten Kochverfahren zur Zeit die sehr oft angefragt werden.

 

Küchenpartys: wie funktionieren diese bei dir?

Bei einer Küchenparty, kochen die Gäste/Kunden nicht mit sondern genießen bei coolen Musik in kleinen Portionen angerichtetes Flyingmenü gang für gang. Dies richten wir für max. 30 Personen in einem lockeren Ambiente.

 

Produktentwicklung und Foodstyling. Was genau bietest du hier an?

Ich erstelle Rezepte für neue Produkte für verschiedene Kunden und Franchising. Diese werden dann entsprechend schön in Szene gesetzt und von einem Foodfotografen fotografiert.

 

Rent-a-Cook: Wie siehst du den Markt dafür? Ist es ein wachsendes Segment, und denkst du, das Mietköche für Touristen (so wie in Spanien) auch in Deutschland ein Thema werden?

In Deutschland hat das gute Essen noch nicht den Stellenwert, wie das in Frankreich, Italien oder Spanien erreicht. Der Spruch „Geiz ist geil,“ steht in Deutschland was die Qualität der Lebensmittel und der Bezahlung der Köche noch im Vordergrund.

 

Asiatische Küche ist beliebt und wird von vielen Gästen in deren verschiedenen Ausprägungen immer verständlicher. Eine Herausforderung für dich, wenn dies als Kochkurs gewünscht wird?

Ich persönlich liebe Asiatische Küche und gebe sehr viele Thai- und Sushi- Kochkurse.

 

 

Kochtricks und Tipps: kannst Du einen guten davon mit uns teilen?

Kurzgebratenes (Rücken, Filet, Nacken oder Bavette)vom Rind, Schwein, Lamm oder Kalb bei 57°C im Sous vide Verfahren je nach Fleischstückdicke ca. 40-60 Minuten temperieren und anschließend in aufgeschäumter Butter und einigen Wildkräutern von beiden Seiten karamellisieren.

 

Hand aufs Herz: hattest du einmal eine Gruppe in einem Kochkurs, die völlig versagt haben/ dir überhaupt nicht folgenden konnten?

Man kann jeden Menschen das Kochen vermitteln, den Kochen mit frischen Produkten macht einfach Spaß.

 

Nochmal die Hand auf Herz, hast du jemals ein Catering „verrissen“?

Catering ist ein schwieriges Milieu und es erfordert sehr viel Erfahrung und Liebe zum Detail. Wenn man dieses hat, kann und darf nichts schiefgehen.

 

Was sind die neuen Trend- und zukünftigen Themen im Catering?

Ich glaube dass das Kochen mit nachhaltigen, frischen und authentischen Produkten immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Convenienceprodukte werden immer besser und diese können die Menschen selbst gut zubereiten, kulinarische Highlights werden sie jedoch immer noch bestellen müssen.

 

Wie würdest du deine heutige kulinarische Linie beschreiben, was sind Beispiele dafür?

Frische, authentische und nachhaltige Küche mit einem ehr gutem Service gepaart.

 

Saisonal, Regional, Asiatisch beeinflusst, welche neuen Trendthemen siehst du kommen?

Jeder Trend kommt und geht wieder, alles wiederholt sich regelmäßig. Nachhaltigen und back tot he Roots wäre ein Thema.

 

Der Beruf Koch in Deutschland: Viele Diskussionen über den fehlenden Nachwuchs und an der Realität vorbei präsentiere Kochshows im TV. Was denkst du, wie man junge Leute für diesen großartigen Beruf wieder mehr begeistern?

Die Bezahlung und die Perspektiven verbessern.

Noch einmal 20😊 und die Kochlehre beendet, was würdest du heute machen, ein Jahr ins Ausland?

Im Ausland arbeiten war ich zwar nicht, bin aber in Deutschland sehr viel rumgekommen und auch Deutschland bietet sehr viel regionales, klassisches und neues.