Carlo Grecu wurde in Sardinien geboren. Grecu arbeitete schon in Restaurants mit drei Michelin-Sternen (Paul Bocuse) und in Restaurants von Alain Ducasse: in Paris (Homar & Boef und Spoon Food & Wine), in der Provence (Hostellerie der Abbaye de la Celle) und in Monte Carlo (Bar) & Boeuf und Louis XV) und in vielen anderen. Seit 2003 arbeitet er in Russland. Zurzeit ist er Brand Chefkoch des Restaurants „Carlson“ und Konzept Chef des Restaurants „Vermuteria“. Zudem führt er seine eigene Show im Fernsehen.

 

Koch zu werden – war dies schon immer dein Traum?

Ja, von Kindheit an träumte ich davon, Koch zu werden, denn ich hatte eine Großmutter, die sehr gut kochte. Genauso wie mein Onkel, der zu dieser Zeit bereits Gastronom in Mailand war. Er besaß ein Restaurant auf sehr gutem Niveau und immer, wenn er zu uns kam, hatte er leckere Produkte dabei, die wir noch nicht kannten. Dies motivierte mich, auch Koch zu werden, um verschiedene köstliche Gerichte zu kochen und zu probieren.

 

Sie haben in Ihrer Kindheit viel Zeit mit Ihrer Großmutter verbracht. Sie hat Ihnen wahrscheinlich einiges über die italienische Küche beigebracht. Was ist die Ihre bedeutsamste Erinnerung aus dieser Zeit?

Die schönste Erinnerung an Sie ist ihr großes und gütiges Herz. Sie war ein guter Mensch. Wenn wir über kulinarische Erinnerungen sprechen, hatte sie viele Zuchttiere und einen großen Gemüsegarten. Fast alle Produkte, mit denen sie arbeitete, stammten aus ihrem eigenen Haushalt. Wenn es Kaninchen oder ein Huhn gab, dann war es sehr, sehr lecker. Die Gerichte, die sie zubereitete, waren einfach, dennoch erregten alle große Begeisterung.

 

Sie sind in Sardinien geboren. 2003 sind Sie nach Moskau gezogen. Welches Ereignis brachte Sie dahin?

Das Schicksal brachte mich nach Russland. Ich bin aus persönlichen Gründen umgezogen.

 

Sie arbeiteten und lebten in verschiedenen Ländern wie Italien, Frankreich und Monaco. Wie würden Sie all diese Lebensabschnitte beschreiben?

Jeder Ort, an dem ich arbeitete und lebte, würde ich wie als ein kleines Leben beschreiben. Jedes Land war für mich wie ein neues Leben, in dem man sich mit lokalen Produkten, Menschen, Traditionen und der Kultur des Landes vertraut macht. Deshalb spreche ich mehrere Sprachen, fast fünf. Man könnte sagen, dass ich viele verschiedene kleine Leben geführt habe.

 

Sie beherrschen die Küchen aus verschiedenen Ländern, mischen Sie verschiedene Stile oder Kochtechniken? Wenn ja, nennen Sie doch bitte ein Beispiel.

Ja, ich mische gerne verschiedene Küchen, Techniken und Stile. Zum Beispiel habe ich kürzlich eine Tom Yam Suppe mit Kamchatka-Krabben und Rindfleisch Pastrami gekocht. 90% des Gerichtes ist asiatisch, gleichzeitig sind Kamtschatka-Krabben ein russisches Produkt, das auch nicht überall zu finden ist und mit der Zugabe von Pastrami erhält es noch einen Einfluss aus dem texanischen Barbecue. Dies wäre zum Beispiel ein Exempel für eine sehr vielfältige Komposition.

 

 

Im Moment sind Sie Konzept Chef im Restaurant „Vermuteria“, ein Restaurant mit europäischer Leichtigkeit und modernem Moskauer Stil. Mit welchen Methoden schaffen Sie eine solche Atmosphäre?

Ja, im Moment bin ich Konzept Chef des Projekts „Vermuteria“, in dem so ein gemischter Stil entsteht. Tatsächlich ist es nicht schwierig, es reicht aus, flexibel, auf die Bedürfnisse der Gäste zu achten und kundenorientiert zu sein.

 

In diesem Jahr haben Sie das Restaurants auf eine zweite Etage erweitert. Was ist das Geheimnis Ihres erfolgreichen Konzepts?

Mir ist aufgefallen, dass in Moskau ein Mangel an Restaurants mit einem „freundlichem und einfachem“ Konzept besteht. Nicht immer wollen Leute in einem Restaurant mit einem Namen sitzen. Viele wollen einfach nur in einer gemütlichen Umgebung sitzen, wo sie guten Wermut, köstliche Cocktails trinken und gleichzeitig etwas essen können. Es ist ein Ort, an dem man einfach nach der Arbeit hingehen kann, um einen Cocktail zu trinken und eine köstliche Pizza, Perlotto oder Grechotto zu essen. Dies ist ein „einfaches“ Restaurant, in dem das Essen, sowie das gastronomische Erlebnis nicht an erster Stelle stehen, sondern als Extrafaktoren mit einfließen.

 

Zudem sind Sie Brand-Chef im Restaurant „Carlson“. Wie gelingt es Ihnen so einen aktiven Alltag zu meistern?

Ja, der Brand Chef im Restaurant „Carlson“ bin ich das fünfte Jahr in Folge. Ich habe Ihnen noch nicht von meinen restlichen Aktivitäten erzählt. Zudem bin ich Moderator auf dem Fernsehsender „Poehali“. Seit November wird dort meine eigene Sendung ausgestrahlt. Die Show heißt „Gastronomische Abenteuer eines Italieners in Russland“. Weiterhin schaffe ich auch noch, an Wochenenden durch Russland zu reisen und Ausländern russische Ecken, Traditionen, Gastronomie und mehr zu zeigen. Wie ich das Alles schaffe? Ich schlafe nicht viel, arbeite viel und treibe nebenbei noch Sport. Dies gibt mir Kraft und eine gute körperliche Verfassung.

 

Können Sie mit uns das Geheimnis eines luftigen und dünnem Pizzateigs teilen?

Ich werde Ihnen das Geheimnis des luftigen Pizzateigs nicht verraten, denn wenn ich es Ihnen erzähle, wird es kein Geheimnis mehr sein. Ich kann nur ein kleines Geheimnis verraten, damit die Pizza luftig wird, man braucht ganz viel Liebe.

 

Mit welchen Produkten arbeiten Sie am liebsten?

Ich liebe es mit jedem Produkt zu arbeiten. Das Hauptkriterium für die Auswahl eines Produkts, ist für mich, die Qualität. Ich liebe es, mit qualitativ hochwertigen Produkten zu arbeiten.

 

Die italienische Küche hat eine lange Tradition. Welche Trends oder Produkte ergänzen Sie zu den Gerichten?

Ich füge der klassischen italienischen Küche eine moderne Art der Anrichtung und Präsentation zu. Nicht immer sind so schwere traditionelle Gerichte für die heutige Zeit geeignet, deshalb passe ich sie an den Kunden an, den ich in diesem Restaurant vorfinden möchte.

Kunden orientiert zu sein, ist sehr wichtig. Wenn wir ein Konzept erstellen, müssen wir zuerst darüber nachdenken, welche Gäste wir anspreche möchten und erst dann, wenn wir verstehen, wen wir ansprechen möchten, stimmen wir uns auf die Gäste ab.

 

Gibt es ein Land, in dem Sie noch un­­­­­bedingt arbeiten möchten?

Es gibt so viele Länder, in denen ich gerne arbeiten würde. Leider ist das Leben nicht so lang und bietet nicht immer solche Möglichkeiten. Auf jeden Fall steht Singapur auf meinem Plan, denn an diesem Ort gibt es eine sehr starke Kreuzung verschiedener Kulturen: der asiatischen, australischen, europäischen, amerikanischen und es gibt eine große Verflechtung verschiedener Trends und dies begeistert mich sehr.

Ich würde auch gerne mal in Afrika leben, höchstwahrscheinlich in Südafrika, unabhängig vom Kochen und dem Restaurantgeschäft, das wäre dann eher für die Seele.

 

Vielen Dank, Carlo!

 

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