Tseng-Dong Wu entstammt einer Schmiede-Familie. Das Handwerk wurde ihm in die Wiege gelegt. Das Material dafür bekommt er quasi frei Haus: Maestro Wu, wie er genannt wird, nutzt Granaten, die auf seiner Heimatinsel Kinmen lagern. Aus ihnen formt er Rohlinge für verschiedenste Messer.

In dritter Generation schmiedet Tseng-Dong Wu heute Messer. Seine Manufaktur liegt auf der Insel Kinmen vor der Küste Chinas. Hier gründete Shan Tsong Wu zu Zeiten des Kaisers Guāngxù um die Jahrhundertwende die „Kinmen Cutlery Industry“. Sein Sohn Chao Hsi Wu führte das Geschäft weiter und gründete die „Chin Ho Li Steel Knife Factory“ – bis Tseng-Dong Wu übernahm.

 

Messer aus Granatenhülsen aus Kriegszeiten

Sein Material liegt quasi vor der Haustür: Er nutzt Granatenhülsen, die während des Zweiten Weltkriegs hier aufgrund von Beschusses landeten und liegen blieben. Aus Mangel an Material bzw. aus der Not machte der Schmied eine Tugend: Er sammelte die Geschossmäntel aus hochwertigem Waffenstahl, schmolz sie ein und fertigte daraus scharfe und haltbare Messer – die „Kinmen Steel Knifes“.

Fast eine Million Geschosshülsen sollen sich noch immer auf der Insel Kinmen befinden. Aus diesen Hinterlassenschaften des Krieges schmiedet Maestro Wu, wie Tseng-Dong auf der zu Taiwan gehörenden Insel ehrfürchtig genannt wird, die sogenannten „Bombenmesser“. Den japanischen und chinesischen Markt hat er damit bereits erobert. 

Seit 2011 sind die Messer auch in Europa verfügbar. Per Seeweg gelangen sie unter anderem nach Deutschland: in puristischer, asiatisch anmutender Verpackung und mit Echtheitszertifikat versehen. Immerhin trägt jedes Messer, das das kleine Team von Maestro Wu schmiedet, eine Stück lebendige Geschichte in sich.

 

 

Das Geheimnis hinter Maestro Wus Messern

Gleich neben seiner Schmiedewerkstatt befindet sich eine Art Materiallager. Hier liegen die Granatenhülsen, die auf der Insel Kinmen gesammelt und nach Qualitäten sortiert wurden und werden. Für die verschiedenen Messerarten wenden Maestro Wu und sein kleines Team dann unterschiedliche Schmiedetechniken an. 

Eine davon ist die jahrtausendealte Damast-Technik, die durch einen kombinierten Schweißverbund verschiedener Stahlsorten Flexibilität und Schnitthaltigkeit garantiert und auf dem späteren Messer dekorative Muster hinterlässt. Jedes Modell bekommt am Ende einen eigenen Griff und wird schließlich zweifach geschärft: in unabhängig voneinander durchgeführten Schleifvorgängen.

 

Tipps zur Messerpflege

Um lange Freude an Maestro Wus Messern zu haben, mit präziser Schärfe arbeiten zu können und beim Schneiden von Fleisch oder Gemüse keinen Saft bzw. Aromastoffe zu verlieren, gilt es, einige Ratschläge zu beachten. So empfiehlt der Schmied das Schneiden auf Holz- und hochwertigen Kunststoffbrettern statt auf Pendants aus Glas oder Marmor. Sie können die Schneide beschädigen und zu deren Abstumpfen beitragen. 

Ratsam ist es, das Messer mindestens einmal pro Monat, je nach Gebrauch, zu schärfen. Die Produkte von Tseng-Dong Wu haben einen Schleifwinkel von 15 bis 18 Grad und damit weniger als europäische Messer mit 20 bis 25 Grad. Ein Wetzstahl wird nicht empfohlen, sondern vielmehr ein Abziehstein mit einer Mindestkörnung von 1500.

Gelagert werden sollte solch ein Messer im Messerblock, wo dessen empfindliche Schneide nicht mit anderen harten Gegenständen in Berührung kommt. Ideal sind waagerechte Schlitze. Auf diese Weise wird die Klinge nicht unnötig belastet. Alternativ sind auch Magnetbretter oder Messertaschen optimal.

Zur Reinigung werden warmes Wasser, keine aggressiven Spülmittel und ein weiches Tuch zum Trocknen empfohlen. Der Holzgriff sollte von Wasser ferngehalten und kann regelmäßig mit etwas Pflanzenöl behandelt werden. Die Reinigung in der Spülmaschine ist nicht ratsam, da hier Klingen aneinander schlagen und beschädigt werden könnten.

 

News und Hintergründe zur Geschichte von Tseng-Dong Wu gibt es auf der Webseite des Maestro: http://www.maestrowu.de/start/.

Alle Produkte im Überblick gibt es hier: http://www.maestrowu.de/produkte/bombshell-d/