Alexander Zherebtsov – zielstrebiger Chefkoch und aktiver Teilnehmer an zahlreichen kulinarischen Wettbewerben. Er erzählt im Interview seinen persönlichen Weg zum Erfolg.

 

Wie begann Deine Karriere als Koch?

Ich habe seit meiner Kindheit gekocht. Meinen ersten Borschtsch kochte ich (das Rezept fand ich aus einem Kochbuch zu Hause), als ich 13 Jahre alt war. Es hat mir damals sehr gefallen, diese Freude bei meinen Eltern zu sehen, als sie es probierten und mir sagten, wie sehr es Ihnen schmecken würde. Auch heute gibt es für mich nichts Besseres als von den Gästen zu hören, dass Ihnen das Essen gefallen hat. Es bereitet mir große Freude, bei Menschen durch Essen positive Emotionen zu erzeugen.Seitdem versuchte mich meine Mutter die ganze Zeit auf ein College für Köche zu schicken, aber ich entschied mich für einen anderen Weg und ging den Weg meines Vaters. Ich ging zur Universität und absolvierte ein Studium der Industrieelektronik. Danach zog ich nach St. Petersburg, hier begann ich sogar in meiner Spezialität zu arbeiten, aber entweder interessierte es mich nicht sonderlich oder das Geld wurde knapp. Den genauen Grund weiß ich nicht, aber ich fing an, mir einen Nebenjob zu suchen und bekam eine Stelle in der „Friends-Bar“ als Kellner. Ich arbeitete dort eine Weile, bis ich irgendwann bat mir eine Stelle in der Küche zu geben. Der Manager stimmte zu und damit begann meine Karriere als professioneller Koch.

 

Wie und wo hast Du dich kulinarisch ausbilden lassen?

Ich habe Kochkurse im Connesance Educational Center absolviert, aber im Grunde habe ich mir mein Wissen bei der Arbeit in Restaurants angeeignet. Im „Amici“ Restaurant, unter der Aufsicht meines Küchenchefs Giuseppe Conti, konnte ich die italienische Küche kennengelernt. Danach ging ich ins Restaurant „Moskau“, der berühmten Ginza-Kette, wo Sasha Belkovich der Brend Chef war und dort lernte ich, durch die Arbeit am Grill, Fleisch richtig zuzubereiten. Als nächstes erlernte ich die mediterrane Küche, durch den Chefkoch Nikita Lemeshev, mit dem ich bis heute gut befreundet bin. Danach besuchte ich viele Meisterkurse, und Weiterbildungen, später fuhr ich für ein Praktikum in die baltischen Staaten und nach Europa. Für mich sind Weiterbildung ein fester Bestandteil des Lebens und der Arbeit eines Chefs. Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie bereits alles gelernt haben und alles wissen, tut es mir leid, denn die kulinarische Welt steht nicht still und jeder Wissensaustausch führt zu neuen Entdeckungen und neuem Wachstum.

 

Wo hast Du deine Praktika absolviert und welches davon war am spannendsten?

Ich habe in den baltischen Staaten angefangen zu arbeiten, für mich selbst waren das wie Testfahrten, weil es zum ersten Mal beängstigend war, so weit weg zu gehen. Im letzten Jahr war ich jedoch dreimal in Spanien, und das unvergesslichste Praktikum war natürlich das im Restaurant „Tickets“ in Barcelona (Nr. 32 unter den 50 besten Restaurants der Welt), aber genauso auch die Ausbildung, im September im Basque Culinary Center in San Sebastian und im „Disfrutar“ Restaurant von Nino Viejo und „Tasqueria“ von Javi Estevez. Schließlich besuchte ich die Espaisucre-Schule und das legendäre Weltereignis Madrid Fusion, dank der Firma Food & Success am 19. Januar. Das ist ein Ereignis, bei dem jeder Chef mindestens einmal in seinem Leben teilgenommen haben muss.

 

 

Im März erreichte euer Team aus St. Petersburg den ersten Platz beim Wettbewerb „Chef a la Russe“. Glückwunsch! Wie habt Ihr euch auf diesen Sieg vorbereitet?

Wir bereiten uns auf diesen Sieg schon seit 2017 vor, als wir mit den Vorbereitungen für unseren ersten Auftritt bei „Chef a la Russe“ begonnen haben. Zu dieser Zeit half uns Artyom Grebenshchiko ein wenig, er schlug neue Ideen vor und leitete uns auf den richtigen Weg. Er sagte uns einen sehr guten Satz: „Man fährt zu einem Wettbewerb um zu Gewinnen. Andernfalls was ist sonst der Sinn der Sache?“ In diesem Jahr sind wir tatsächlich für den ersten Platz hingefahren, denn es war unsere letzte Chance (im Finale kann man nur drei Mal teilnehmen und dieses Jahr war unser letztes).Größtenteils haben wir all diese Jahre uns meistens eigenständig vorbereitet. Letztes Jahr, kurz vor dem Wettbewerb, habe ich einen Schiedsrichter Seminar belegt und um ehrlich zu sein, dies hat den späteren Verlauf sehr stark geprägt. Ich wusste jetzt was zu tun ist und was die Richter sehen wollen, zudem bin ich bin jetzt selbst Richter der Kategorie B.

 

Ihr habt bereits dreimal an diesem Wettbewerb teilgenommen, aber nie gewonnen. Was habt Ihr diesmal anders gemacht?

Dieses Mal haben wir teilgenommen, um zu gewinnen! Ich schätze, davor haben wir uns nicht auf das Finale und die Black Box vorbereitet, aber dieses Jahr haben wir etwas vorbereitet, etwas getan, gearbeitet und herausgefunden, was wir tun werden, wenn wir dieses oder jenes Produkt erwischen. Während unserer Auftritte beim „Chef a la Russe“ konnten wir reichlich Erfahrungen sammeln und während der Rückmeldungen der Juroren hatten wir viele Elemente in Reserve. Daher ist der Erflog wahrscheinlich auf unsere Erfahrungen im Wettbewerb zurückzuführen.

 

Welches eurer Gerichte hat die Jury am meisten überrascht und warum?

Unser Dessert. Julia Dotsenko – unsere Konditorin, hatte geschafft jede Meisterschaft die Richter mit ihren genialen Desserts zu überraschen, aber dieses Mal hat es die Jury einfach umgehauen. 

 

Welche Gefühle hast Du gespürt, als Ihr von dem Sieg erfahren habt?

Meine Emotionen hatten keine Grenzen. Sie lassen nach wie vor nicht nach! Das waren drei Jahre unseres gemeinsamen Lebens als Gruppe. Jede Reise nach Moskau war unvergesslich. Wir freuen uns sehr und genau für diese Emotionen leben wir. Für diesen Sieg sind wir einen langen und steilen Weg gegangen. Wir sind unglaublich glücklich!

 

Welche weiteren Reisen und Ziele warten auf dich?

Es stehen viele reisen an. Seit dem letzten Jahr fahre ich regelmäßig nach Spanien. Für mich selbst sind Entwicklung, Training und Wachstum sehr wichtig. Nach jeder Reise und jedem Tag, wachse ich und vergleiche mich mit dem, was gestern war. Insbesondere warten wir natürlich auf diese Reise nach Lyon. Mein nächst größtes Ziel, ist die Teilnahme am Wettbewerb „Bocuse D’Or“.

 

Welchen Rat kannst Du den folgenden Teams auf den Weg geben?

Um zu gewinnen, müssen Sie trainieren. Sie müssen sich jeden Tag vorbereiten, nachdenken, ständig besser werden und selbst wenn Sie sich zu 100% sicher sind, müssen Sie es erneut überdenken. Ich möchte jedem raten, dennoch menschlich zu bleiben, man muss auch verlieren können, aber mit erhobenem Kopf. Wir wollten auch die letzten 2 Jahre gewinnen, aber jedes Mal gab es Teams, die besser waren als wir. Man muss verstehen, dass es unmöglich ist, gleich das erste Mal zu gewinnen, nur dank der Erfahrung und der gemeinsamen Teilnahme an Wettbewerben, ergibt sich ein positives Ergebnis und Sie werden gewinnen!

 

Was sind Deiner Meinung nach die beliebtesten Gerichte der Gäste?

Es muss schmecken! Das Wichtigste ist, aus dem Herzen und mit Leidenschaft zu kochen.

 

 

Möchten Du irgendwann wieder im Ausland arbeiten und wenn ja, mit welchen Chefköchen?

Mein Traum ist es, mit Ferran Adria zu arbeiten. Albert Adria durfte ich schon kennenlernen und das ist eine großartige Person. Deshalb hoffe ich, den großartigen Bruder Ferran Adria zu treffen und auf irgendeiner Art und Weise, an dem Projekt „El Bulli“ teilzunehmen.

 

Teile doch bitte ein einfaches Rezept mit unseren Lesern. Ricotta-Quarkkäulchen (Syrniki):

• 1 Packung Hüttenkäse 220g• 1 Packung Ricotta 250g• Puderzucker 2-3 Esslöffel• Mehl 2-3 Esslöffel Alles zusammen mischen, in gleich große Bällchen rollen, dann in Grieß oder Mehl wälzen und danach die Quarkkäulchen anbraten. Mit Kondensmilch, Sauerrahm oder Marmelade servieren.

 

Danke Alexander!

 

Was planen Sie für Ihre Zukunft als Koch?
Erstellen Sie Ihr eigenes kostenloses Profil und sehen Sie, was Sie tun können! Machen Sie sich bereit für neue Herausforderungen!